Review

Reviews 7.5

VAN WOLFEN

Wenn Der Mond Weint

Phoenixrecords/Soulfood (53:05)

Rock- bzw. Bluesrock mit deutschen Texten ist ein zweischneidiges Schwert. Oftmals wirkt die Chose platt und unnatürlich oder ist dermaßen albern, dass der Fremdschämfaktor nicht auszuhaltende Dimensionen erreicht. Umso erfreulicher, dass die neue Scheibe der Hamburger Band VAN WOLFEN keines dieser Negativmerkmale erfüllt. Von den 14 Stücken ist zwar nicht jedes dazu angetan, vor Freude an die Decke zu hüpfen, aber der Großteil des Songmaterials ist gut geraten und hat zweifelsohne Charme. Die Texte sind kein abgehobener oder dämlicher Stuss, sondern mitten aus dem Leben (´Undercover Arbeitslos´, ´Fertich´), bisweilen witzig, manchmal bissig und in der Regel unterhaltsam. Das VAN WOLFEN-Mastermind Micky Wolf zudem mit einer coolen Stimme gesegnet ist und vor allem als Gitarrist richtig was hermacht, verleiht der ganzen Geschichte eine besondere Würze. Auch stilistisch setzt man sich nicht viele Grenzen und verlässt desöfteren das traditionelle Bluesraster. Diese Aufgeschlossenheit ist nicht nur sympathisch, sondern beweist den selbstbewussten und meist geschmackssicheren Umgang mit unterschiedlichen Genres (z. Bsp. Country, Funk). VAN WOLFEN geben sich eben nicht mit merkwürdigen Erwartungshaltungen engstirniger Szenewächter ab, sondern machen schlicht und einfach gute Musik.

Autor:
Stefan Geide
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