Review

Reviews 9.0

VAN HALEN

Live: Right Here, Right Now

Ausgabe: RH 70

Rechtzeitig zum Tourstart Ende März liefern VAN HALEN das dazugehörige Scheibchen ab - und zwar in Form eines Doppel-Live-Albums, das mit nahezu zweistündiger Spieldauer das Herz eines jeden VH-Fans erquicken wird. Der Schwerpunkt liegt dabei konsequenterweise auf den letzten drei Alben "5150", "OU812" und dem vorerst letzten Studiooutput 'For Unawful Carnal Knowledge", kurz "F.U.C.K." genannt, also jenen Werken, die nach dem Ausscheiden von David Lee Roth entstanden sind. Daß dabei die Highlights der Roth-Ära nicht fehlen dürfen, ist selbstverständlich, auch wenn es neben 'You Really Got Me', 'Ain't Talkin' 'Bout Love', 'Jump' und 'Panama' ruhig etwas mehr aus dieser Zeit hätte sein dürfen. Aber dann wären wohl selbst drei Alben zu knapp bemessen. Dabei sind lediglich bei 'Panama' Abstriche zu machen, die übrigen drei Nummern bringt Hagar, als hätte er nie etwas anderes gesungen. Das 'FU.C.K."-Album wird fast gänzlich zum Besten gegeben (lediglich 'The Dream Is Over' fiel dem limitierten Zeitkontingent zum Opfer), wobei selbst eher durchschnittliche Tracks à la 'Man On A Mission' zu reizvollen Glanzlichtern avancieren, Von "OU812" wird das Beste geboten (lediglich das überragende 'Mine All Mine' hätte man statt des Dire Straits-mäßigen Finish 'What You Started' verewigen sollen). Vom bisher erfolgreichsten VH-Werk "5150" gibt es sämtliche Hits zu belauschen. Als da wären: das göttliche 'Why Can't This Be Love', 'Dreams' und 'Love Walks In'. (Aber wo bleibt der Titeltrack zu "5150"?) Weiterhin gibt es noch 'Best Of Both Worlds' sowie zwei Hagar-Solotracks (den Volltreffer 'There's Only One Way To Rock' und eine akustische Version von 'Give To Live') zu bestaunen. Als Bonbon sozusagen haben sich VH für ein Remake des Who-Klassikers 'Won't Get Fooled Again' entschieden. Ein Track, der natürlich sehr gut gelungen ist, an das Original aber selbstverständlich nicht heranreicht. Negativer Höhepunkt des Ganzen sind eindeutig die überflüssigen und langweiligen Soloeinlagen von Drummer Alex und Basser Michael Anthony (deshalb wird es am Schluß auch nicht die volle Punktzahl geben). Natürlich darf auch der "Meister aller Klassen", Eddie, zur Attacke blasen, aber er absolviert seine Arbeit selbstverständlich mit Auszeichnung, wobei er alle Register seines Könnens zum Besten gibt. Und über Hagar auch nur ein Wort zu verschwenden, hieße "Eulen nach Athen tragen". Das klingt zwar sehr abgegriffen, beschreibt die Situation aber genau, denn erst mit Sammy "Gott" Hagar sind VH zu dem geworden, was sie heute sind - nämlich zu einer der größten Rock'n'Roll-Bands aller Zeiten. Neun fette Punkte.

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