Review

Reviews 8.0

VAN HALEN

A Different Kind Of Truth

Ausgabe: RH 298

Universal (50:12)

Wenn die Relevanz der von David Lee Roth gefronteten VAN HALEN im Hier und Jetzt noch eines Beweises bedurft hätte, dann wurde der spätestens durch die hitzigen Diskussionen, die die Singleauskoppelung ´Tattoo´ auslöste, erbracht. Es der Band im Zuge dieser Debatte als Bankrotterklärung auszulegen, einen Großteil (?) des „A Different Kind Of Truth“-Materials aus Songfragmenten und Demo-Ideen, die man zu Siebziger-Jahre-Hochzeiten eben nicht berücksichtigte, gestrickt zu haben, ist allerdings wenig fair. Denn „A Different Kind Of Truth“ rockt amtlich und ist musikalisch hochwertiger als die letzten beiden Studioalben der Lee-Roth-Ära: das überkommerzielle „1984“ und das mit einer ganzen Armada von Coverversionen krampfhaft auf Longplayer-Niveau gehievte „Diver Down“.

Zumindest auf Platte funktioniert die Bandchemie anno 2012 wie zu Beginn der Karriere, das Zusammenspiel der Van-Halen-Brüder ist immer noch magisch, Eddies Gitarrenspiel einmal mehr stilprägend und David Lee Roth auch weiterhin der coolste „Sprechsänger“ Kaliforniens. Schön auch, dass sich die Produktion am prägnanten Ted-Templeman-Sound orientiert und Tieftöner Wolfgang Van Halen durch sein dezentes Agieren im Hintergrund keinen größeren Schaden anrichtet, sprich unweigerlichen Vergleichen mit Michael Anthony aus dem Weg geht.

Dass „A Different Kind of Truth“ trotzdem nicht zum Monsteralbum, das in Zukunft in einem Atemzug mit den ersten vier Veröffentlichungen des Passadena-Vierers genannt werden wird, taugt, ist einigen wenigen Stinkern sowie der Tatsache, dass der Band das beinahe mystische Element ihrer Teenagerjahre (logischerweise) komplett abgeht, geschuldet. Davon abgesehen ist das Gesamtkunstwerk VAN HALEN jedoch intakt. Und das ist mehr, als man erwarten durfte.

Autor:
Thomas Kupfer

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