Review

Reviews 8
Death Metal Hardcore

UNE MISÈRE

Sermon

Label: Nuclear Blast/Warner
Dauer: 37:00
Erscheinungsdatum: 01.11.2019
Ausgabe: RH 390

Weite, Einöde, dunkle Winter, schroffe Landschaften - Island bietet allerlei Erklärungen für die düstere Musik und Kunst, die auf der Insel geschaffen wird. Was für Touristen faszinierend ist, proklamieren UNE MISÈRE in einer YouTube-Doku zum Album als Gefängnis ihrer Jugend. UNE MISÈRE verfallen unter diesen Bedingungen aber nicht in stereotypischen Black Metal: Während sich der fette Basssound schon beim Opener 'Sin & Guilt' wärmend um die Kopfregion schmiegt, schmiedet das Sextett intensiven Hardcore mit Death-Metal-Einflüssen, die Magengrube massierenden Grooves und Melancholie. Das eine oder andere Mal (in 'Sermon' oder 'Beaten') erinnern die Songs an neun Maskenträger aus Iowa. Hinten raus werden die Lieder allerdings schwächer, und der anfängliche Drive nutzt sich ab. Insgesamt präsentieren die Jungs auf ihrem Debüt aber ein recht eigenständiges Klangbild, das vor allem in den Intros immer wieder von sehnsüchtigen Grundnoten geprägt wird. In der Doku betonen die Musiker, dass sie unbedingt aus dem von der restlichen Musikwelt abgeschnittenen Island rauswollen, das in den vergangenen Jahren bei Reisenden wie Metal-Fans zum beliebten Geheimtipp geworden ist. Auch die aufgekeimte Island-Liebe verschaffte UNE MISÈRE bereits erfolgreiche Roadburn- und Wacken-Auftritte sowie einen großen Label-Deal. Mit noch dazu viel Ehrgeiz und einem guten Konzept sind sie also auf dem besten Weg in die Welt. Da ist die harte, kalte Heimat wohl doch eher Segen als Fluch.

Autor:
Isabell Raddatz
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