Review

Reviews 4.0

ULI JON ROTH

Under A Dark Sky

Ausgabe: RH 257

Bist du irre, Mike? Warst du mit Uli Jon im Wald Pilze sammeln? Seid ihr bekifft in die Dämmerung getanzt? Oder hast du tatsächlich kein Gespür für die KOMIK dieser Platte?

Allein der inhaltliche Anspruch dieser Rock-Oper, an ein paar Textfragmenten festgemacht, ist - nun ja - SEHR ambitioniert, um nicht zu sagen blauäugig: Die Menschheit soll aufwachen, umkehren und aufhören zu sterben! Sag ich ja auch immer - nur interessiert das weite Teile der Menschheit leider nicht. Da kann ich meine Anlage noch so laut aufdrehen. Und Gott, der hier des Öfteren um Hilfe angesungen und -gefiedelt wird, hat scheinbar auch Besseres zu tun. Es ist wie verhext. „Sag mir, warum - sind wir Menschen dumm?" Tja, eine Frage, die dieses Album zu Recht aufwirft.

Ich respektiere Herrn Roth als außergewöhnlichen Musiker, und es ist sicher eine ehrenvolle Aufgabe, Rockmusik mit klassischer Instrumentierung und (streckenweise eingebautem) Operngesang zu verbinden. Ich bin auch nicht Beethoven und möchte mir kein halbgares Urteil über das kompositorische Vermögen des Herrn Roth erlauben. Alles, was ich beurteilen kann, ist die Wirkung dieses Albums auf den unbedarften, nichts Böses ahnenden Rock´n´Roller. Und der, lieber Mike, kann sich ein meterbreites Grinsen garantiert nicht verkneifen, wenn er diesen Hippie-Pomp, dessen Kitsch-Faktor gut und gerne Rhapsody-Niveau erreicht, in die Lauscher geträufelt bekommt. Es sei denn, er gehört zu jener Sorte Gutmenschen, die am liebsten auf geblümten Wiesen herumlümmeln und verträumt in den Himmel, den Sky Of Avalon, blicken, wo quietschfidele Vögelein um die kunterbunte Sky Guitar herumflattern und verzauberte Saiten süß zum Klingen bringen, flankiert von Posaunenengeln, die mit ihren Goldkehlchen den göttlichen Kanon der Liebe anstimmen. Dann Hals- und Beinbruch, liebe Gemeinde.

FUCK ART LET´S SLAM!

Autor:
Götz Kühnemund
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