Review

Reviews 9.0

ULI JON ROTH

Metamorphosis

Ausgabe: RH 201

(58:23)

Der kauzige Selbstdarsteller und Scorpions-Veteran hat sich an Vivaldis „Die vier Jahreszeiten" herangewagt. Im Gegensatz zu anderen Gitarreros pickte er aber nicht nur einen Einzelsatz heraus, sondern spielte das Gesamtwerk ein. Roth hält sich dabei sehr genau an den historischen Notentext und setzt seine Skygitarre als Lead-Violine ein. Manchmal ist der schmachtende Solo-Ton ein bisschen übertrieben weinerlich und süß. Yngwie Malmsteens Stratocaster besitzt da mehr Charakter.

Über die technische Ausführung gibt es natürlich keine Diskussion. Da sitzt jede Note dort, wo sie hingehört. Ein bisschen mehr Selbsteinbringung hätte ich mir zwar schon gewünscht, aber die holt Meister Roth bei der selbst komponierten „Metamorphosis"-Suite nach. Da lässt er noch ein paar Themen Vivaldis, aber auch Albinoni und Chopin, anklingen und personalisiert sie. Sein Sky-Orchester erinnert optisch an Rondo Veneziano, kommt musikalisch aber weitgehend ohne Schmalz, Kitsch und Peinlichkeiten aus. Am Cembalo hat übrigens Hansdampf Don Airey Platz genommen.

„Metamorphosis" ist ein Musterbeispiel dafür, wie man klassische Musik und Heavy Metal vereinen kann. (Hört sich in der Kritik aber eher anders an... - Red.)

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