Review

Reviews 9
Black Metal

UADA

Djinn

Label: Eisenwald/Soulfood
Dauer: 59:59
Erscheinungsdatum: 25.09.2020
Ausgabe: RH 400

„Gibt es die wahre Freiheit?“, fragt UADA-Frontmann Jake Superchi in unserem Interview. Ein hochinteressantes Thema, das von Philosophen seit jeher diskutiert wird und in einer Albumrezension schon gar nicht beantwortet werden kann, doch Fakt ist: UADA bedienen sich auf „Djinn“ mehrerer Formen von Freiheit und zwar auf verschiedenen Ebenen. Sie erweitern vor allem ihr rhythmisches und melodisches Repertoire um Post-Punk-Nuancen, ohne den essenziellen Rahmen des Black Metal zu verlassen. Das wiederum ermöglicht, die schon immer spannenden Song-Arrangements noch kreativer auszubauen, mit Stimmungen und Kontrasten zu spielen und somit zwischen tiefgreifender Melancholie und nach Freiheit respektive Ausbruch drängender Manie zu pendeln. Dieser Drang nach Freiheit und Ausbruch kommt nicht von ungefähr, sondern findet sich auch in den durchweg substanzreichen Texten wieder: ´Between Two Worlds´ beschreibt eine anfängliche Zerrissenheit, ein „Zwischen-den-Stühlen-Stehen“, und die anschließende, absolute Loslösung davon. Dieser Prozess spiegelt sich auch in der Musik wider, die sich zunächst im epischen Aufbau eines Spannungsbogens, der eine filmische Kriegsszene untermalen könnte, entfaltet, ehe sich die Spannung in einem dieser neuen, leichtfüßigeren Riffs entlädt. Glaubt man das Ende des Stücks zu hören, holen UADA noch mal aus und bekräftigen den Moment des Loslösens von diesen zwei Welten - den das Coverartwork genialerweise ebenfalls abbildet - mit einem kräftigen, tiefgreifenden und hochemotionalen Solo, das den ganzen Körper mit Gänsehaut übersät und nach dem Fade-out gleichermaßen mit einer Leere wie auch mit Faszination zurücklässt. Ihr sucht eigenständigen Black Metal? Hier habt ihr ihn.

Autor:
Mandy Malon
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