Review

Reviews 10.0

TYPE 0 NEGATIVE

Slow, Deep And Hard

Ausgabe: RH 51

Einen passenderen Titel hätte es für dieses Album nicht geben können. Ex-Carnivore-Mainman Peter Steele und seine neue Band haben hier eine Platte vorgelegt, die an Intensität und Brutalität nicht mehr zu überbieten sein dürfte. Allerdings kann man den Sound von TYPE 0 NEGATIVE nur noch bedingt mit den meiner Meinung nach exzellenten Carnivore-Scheiben vergleichen, denn TYPE 0 NEGATIVE klingen bösartiger, gemeiner, industrial- und doommäßiger. Oder kennt ihr eine Platte, bei der man im Hintergrund Preßlufthämmer hört? Gerade Effekte wie dieser oder dumpfe Schläge mit einem Eisenhammer auf eine Metallwand untermalen die megabrutalen, zähflüssigen Kompositionen, die eine bedrohliche, endzeitmäßige Atmosphäre erzeugen. "Slow, Deep And Hard" ist von vorne bis hinten depressiv. Das Album spiegelt die Welt aus der Sicht eines verbitterten, zynischen und haßerfüllten Menschen wider, der die Gabe besitzt, seine Emotionen in Form von Musik auszudrücken. Peter schreit sich seinen Haß und seinen Frust von der Seele, und der dazugehörige morbide Doomcore zieht dich in eine Welt voller Gewalt, Sex und Selbstmordgedanken. "Slow, Deep And Hard" ist ein Album wie kein anderes, denn wenn ich hier "brutal" sage, dann meine ich den eigentlichen Sinn des Wortes und kein präpubertäres Death Metal-Geschrubbe. Die Texte? Hm, wenn man will, könnte man in einen Song wie 'Der Untermensch' etwas Faschistoides hineininterpretieren. Man muß aber wirklich mit der Lupe nach Anspielungen suchen und kann sich da auch in etwas hineinsteigern, das gar nicht existent ist. Sicher, Lyrics wie 'Unsuccessfully Coping With The Natural Beauty Of Infidelity' (welches eine Art Nachfolger von 'Male Supremacy' vom ersten Carnivore-Album zu sein scheint) oder 'Gravitational Constant G = 6.67 x 10 cm gm sec' (der eigenartigste Songtitel aller Zeiten!) sind harter Tobak, aber politisch wertfrei. Es ist einfach ein Haß gegen die Gesellschaft, der sich da widerspiegelt. Ich gebe 10 Punkte und keinen weniger für das bisher ungewöhnlichste Metal-Album der Neunziger Jahre.

Autor:
Frank Albrecht

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