Review

Reviews 9.5

TOOL

10,000 Days

Ausgabe: RH 229

(75:52)

Die Höreindrücke der bizarren Listening-Session (s. Titelstory des letzten Hefts) haben nicht getäuscht: Auch auf einer Stereoanlage, die weniger als 10 000 Euro kostet, bläst '10,000 Days' alles weg, was seit 'Lateralus' ein Tonträger-Presswerk von innen gesehen hat. Radikaler als System Of A Down, komplexer als Meshuggah und atmosphärischer als Porcupine Tree entführen uns die vier Kalifornier in einen Kosmos weit jenseits der menschlichen Vorstellungskraft. Hier sind Gitarren-Riffs nicht einfach nur Akkord-Reihungen, sondern durch die Seele wütende Wirbelstürme, hier setzt der Bass mehr Akzente als bei anderen Bands die komplette Besetzung, grooven die Drums durch mehr Stilrichtungen, als die Welt Musikkulturen hat, betören die Vocals mit der Ausdrucksvielfalt und emotionalen Tiefe eines Symphonieorchesters. Im Vergleich zu 'Lateralus' werden die Extreme noch weiter ausgelotet, wobei die sphärisch-exotischen Tribal- Parts sich perfekt in das Gesamtkonzept einfügen und die fast schon schmerzhaft explosiven Aggro-Vulkanausbrüche jede Screamo-Band zurück in den Stimmbruch bomben. Ein angenehm warmer Gitarrensound und das innovativste Artwork des CD-Zeitalters runden eine Wundertüte ab, die nicht nur im Progressive-Metal-Sektor neue Maßstäbe setzt.

Autor:
Michael Rensen
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