Review

Reviews 7,5
Progressive

THE TEA PARTY

Blood Moon Rising

Label: InsideOut/Sony
Dauer: 51:27
Erscheinungsdatum: 26.11.2021
Ausgabe: RH 415

Die sechs Songs der letztes Jahr in Eigenregie veröffentlichen „Black River“-EP bilden den Kern von „Blood Moon Rising“. Dazu kommen Stücke aus verschiedenen Kompositionsphasen der letzten fünf Jahre sowie (teils nur als Digipak-Bonustracks erhältliche) Coverversionen von Led Zeppelin, Joy Division und Morrissey. Diese eher zusammengewürfelte Entstehung erklärt auch, warum das Album nicht ganz wie aus einem Guss wirkt. Gegen Ende haben sich zudem einige Lieder eingeschlichen, die erstaunlich beliebig sind und den extrem hohen Standard der eigenen Diskografie nicht halten können. Doch die Klasse dieser drei Ausnahme-Musiker, die nicht nur mit technischer Finesse, sondern vor allem mit unfassbar emotionaler Intensität glänzen, reicht allemal, um selbst in schwächeren Momenten den meisten anderen Retro-Bands immer noch haushoch überlegen zu sein. Alleine wenn einen die tiefe, warme Stimme von Jeff Martin wie eine Kuscheldecke umschließt, fühlt man sich wunderbar geborgen. Und bei aller Krittelei finden sich mit dem packenden Groove-Rock-Opener 'Black River', dem kraftvollen Blues 'Way Way Down', der zerbrechlichen Halbballade 'Sunshower', der Pathos-Nummer 'Our Love' sowie dem dynamischen Rocker 'Hole In My Heart' auch etliche starke Songs, für die sich „Blood Moon Rising“ lohnt. Wie so oft eine Frage der Sichtweise: Ist es schlecht, dass die Band ihren kreativen Zenit überschritten zu haben scheint, oder ist es gut, dass sie überhaupt noch bzw. wieder am Start ist? Ich entscheide mich für Letzteres!

Autor:
Marcus Schleutermann
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