Review

Reviews 8.5
Classic Rock Hardcore

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA

Sometimes The World Ain´t Enough

Label: Nuclear Blast/Warner
Dauer: 58:15
Erscheinungsdatum: 17.08.2018
Ausgabe: RH 374

Die jungen Leute von heute (also Bittner, Peters und so...) leiden ja bekanntlich alle unter einem latenten Aufmerksamkeitsdefizit, insofern hätte man THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRAs vierten Dreher seit 2012 besser auf die Länge einer normalen LP zusammengedampft und die paar mediokren Errungenschaften (´Moments Of Thunder´, ´Speedwagon´, ´Winged And Serpentine´) als Single-B-Seiten oder Japan-Bonustracks verwendet, aber mein Gott: Die Truppe um die Soilwork-Kumpels Björn „Speed“ Strid und David Andersson sowie Arch-Enemy/Spiritual-Beggars-Basser Sharlee D´Angelo fabriziert immer noch so mit den geilsten AOR und Melodic Rock, den man jenseits von ollen, alteingesessenen Schwergewichten wie Revolution Saints oder Eclipse finden kann, ihre Liebe zum Genre hat etwas angenehm Unangestrengtes, sie zitieren die Granden von früher ähnlich gekonnt wie ihre Landsmänner Ghost - und lassen dabei etwas Eigenes entstehen, mit dem sie jetzt, in Zeiten der nicht nur im Underground alles bestimmenden Carpenter-Brut-Neonoptik, endlich in die erste Liga aufsteigen sollten.

Besonders bemerkenswert: Obwohl zwischen dem Vorgänger „Amber Galactic“ und „Sometimes The World Ain´t Enough“ gerade mal ein gutes Jahr liegt, hat das Songwriting alles in allem nicht gelitten. Der Opener ´This Time´ stellt mitnichten den Höhepunkt des Albums dar, auch der über neunminütige Abschluss ´The Last Of The Independent Romantics´, mit dem man sich partiell der proggigen Seite des Stils im Sinne von Saga, Kansas und Styx nähert, ist „nur“ eine tolle Fingerübung; die Hits der Platte sind andere, nämlich die Early-Eighties-Verbeugung ´Turn To Miami´, das latent funky angehauchte ´Paralyzed´, der Sleeper ´Lovers In The Rain´, der irgendwann umso heftiger kommt, der Ohrwurm ´Can´t Be That Bad´, das unterkühlte und damit durchaus klassischen Yacht Rock streifende ´Pretty Thing Closing In´ sowie vor allem das superlässige ´Barcelona´, bester Einzelsong des Orchesters seit ´Living For The Nighttime´ und ´Stiletto´ von „Skyline Whispers“.

P.S.: Bittner und Peters verbitten sich „Frechheiten“ wie den ersten Satz dieser Rezension, sie würden schließlich sogar zu den „mediokren Errungenschaften“ des Albums „tanzen, bis sich die Balken biegen“. Nun ja, keine schöne Vorstellung, wenn ihr mich fragt...

DISKOGRAFIE


Internal Affairs (2012)
Skyline Whispers (2015)
Amber Galactic (2017)
Sometimes The World Ain´t Enough (2018)


LINE-UP

Björn „Speed“ Strid (v.)
David Andersson (g.)
Sebastian Forslund (g.)
Sharlee D´Angelo (b.)
Richard Larsson (keys)
Jonas Källsbäck (dr.)


DIE PATEN

Wer auf folgende Acts steht, dürfte auch „Sometimes The World Ain´t Enough“ in sein Herz schließen:

Toto * Journey * Kiss * Ghost * REO Speedwagon * Boston * Foreigner * Chicago * 707 * Max Webster * Touch * Survivor * Detective * Balance * Prism * Spys * Supertramp * Airrace * Streets * Horisont

Autor:
Boris Kaiser

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