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The Dirt

Label: Netflix
Erscheinungsdatum: 22.03.
Ausgabe: RH 383

Als MÖTLEY CRÜE im Jahr 2001 ihre Autobiografie „The Dirt: Confessions Of The World´s Most Notorious Rock Band“ veröffentlichten, schlug das Buch nicht nur in der Szene ein wie eine Bombe. Musiker-Biografien gab es selbstredend auch davor schon, aber kaum eine las sich so derart blumig, offen und gleichzeitig völlig „over the top“ wie die der vier Skandalnudeln aus Los Angeles. Inzwischen dürften mehr als eine Million Exemplare des Buches, das wochenlang die Bestsellerlisten anführte, über die Ladentheken gegangen sein (Stand aus dem Jahr 2014, vor dem Start der E-Book-Edition: 750.000), es gibt eine (gekürzte) deutsche Hörbuchfassung, die von keinem Geringeren als Ralf Richter gelesen wird, und zusätzlich diente das Buch als maßgebliche Inspiration für die Texte auf dem finalen Crüe-Album „Saints Of Los Angeles“ von 2008. Auf eine Verfilmung warteten die Fans hingegen bisher vergeblich, obwohl sie bereits vor über zehn Jahren erstmalig angekündigt wurde. Doch jetzt ist sie endlich da, und wer Bedenken hat, dass sie aufgrund der Umstände – „The Dirt“ erscheint als Netflix-Produktion und nicht als Kinofilm – weniger wertig als beispielsweise der hochgelobte Queen-Streifen „Bohemian Rhapsody“ sein könnte, der irrt: „The Dirt“ kann nicht nur mithalten, sondern überholt „Bohemian Rhapsody“ in vielen Belangen laut hupend auf der linken Spur. Regisseur Jeff Tremaine, der in der Vergangenheit unter anderem für die Leinwand-Auftritte der US-Chaoten „Jackass“, aber auch für Streifen wie „Bad Grandpa“ verantwortlich zeichnete, ist offensichtlich völlig schmerzbefreit und schon alleine deshalb der perfekte Mann für den Job. Die Schauspieler passen (auch wenn manch einer jetzt vielleicht unken mag, dass Vince braune und keine blauen Augen hat und Mick kleiner als sein Konterpart auf der Leinwand ist) wie die Faust aufs Auge und müssen zahllose Stunden investiert haben, um Mimik und Gestik der realen Vorbilder zu studieren. Hinzu kommt, dass die Band in den kompletten Schaffensprozess involviert war, wie uns Nikki Sixx im Interview weiter vorne in dieser Ausgabe verrät. Herausgekommen ist ein Streifen, den man als Kenner des Buches in seinen Details kaum für möglich gehalten hätte und der in Kinderhänden definitiv nichts zu suchen hat. Oder um es ganz deutlich zu machen: „The Dirt“ ist ein grandioses Biopic über die berüchtigtste Rockband aller Zeiten. Dreckig, unterhaltsam, tragisch... und zum Totlachen komisch!

Autor:
Jens Peters
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