Review

Reviews 9.0

THE DEVIL'S BLOOD

The Time Of No Time Evermore

Ausgabe: RH 269

Ván Records/Soulfood (54:58)

VÖ: bereits erschienen

Es wird Monate, vielleicht Jahre dauern, bis weite Teile der Szene die Bedeutung dieses Albums und dieser Band erkennen. Der angebliche „Underground-Hype“, der schon allein deshalb keiner sein kann, weil hinter THE DEVIL´S BLOOD ein Ein-Mann-Kleinstlabel ohne jegliche Finanzpower (aber mit sehr viel Enthusiasmus und Seele) steckt, wird dann realistisch gesehen werden: als originelle, klassische Rockband, deren ideologischer Unterbau sicher nicht jedermanns Sache ist, der der (höchst anspruchsvollen) Musik aber eine spirituelle, magische Tiefe gibt, der man sich nicht entziehen kann. Will sagen: Auch wenn man mit „religiösen“ Inhalten (wie ich) nichts am Hut hat, kann man nicht leugnen, dass die Musik einer Band wie THE DEVIL´S BLOOD das Gegenteil von oberflächlich, das Gegenteil von seelenlos, das Gegenteil von aufgesetzt ist. Auf diese Band trifft das zu, was auch auf Watain, Trouble, Spock´s Beard (mit Neal Morse), While Heaven Wept, Mercyful Fate oder Saint Vitus zutrifft: Es geht spürbar um viel mehr als Musik. Die Songs umgibt eine hypnotische Aura, die nur von völlig Wahnsinnigen erschaffen werden kann. Von Wahnsinnigen, denen man inhaltlich nicht zustimmen muss, die aber mit ihrer Leidenschaft und grenzenlosen Hingabe faszinieren. Genau das unterscheidet die wirklich guten Bands von den Legionen lächerlich flacher Plastikcombos, die echte Metal-Fans ankotzen!

Der Mann hinter THE DEVIL´S BLOOD (der seinen bürgerlichen Namen nicht gerne liest) ist ein Genie. Ein Typ wie Jimmy Page oder Ritchie Blackmore zu Anfang ihrer Karriere, halb bekloppt und sozial unverträglich, aber musikalisch so außergewöhnlich, dass man ihn nicht ignorieren kann. Dass er ein Wahnsinns(!)gitarrist ist, spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist die Tatsache, dass er es schafft, wahrhaft schöne, eingängige Musik mit finstersten Botschaften so zu verbinden, dass man sich den Kompositionen von beiden Seiten nähern kann. Die Musik funktioniert alleine, die Texte funktionieren alleine - aber zusammen ergeben sie ein magisches Ganzes, das den Hörer (vorausgesetzt, er öffnet sich für diese Band) völlig vereinnahmt. Man kann Meisterwerke wie ´The Anti-Kosmik Magick´, ´Christ Or Cocaine´, ´House Of 10.000 Voices´, ´Evermore´ oder ´The Yonder Beckons´ dann nicht einfach „ganz gut“ finden. Man muss sie lieben - oder aber voller Überzeugung ablehnen.

Für mich stellt sich die Frage gar nicht: Ich liebe diese Band wie keine andere der letzten Jahre, obwohl ich für die inhaltliche Ideologie (orthodoxer Satanismus) absolut nicht anfällig bin. Aber ich habe zwei Ohren. Und die sitzen bei mir nicht am Arsch.

DISKOGRAFIE

The Graveyard Shuffle (7“, 2008)

Come, Reap (Mini-LP, 2008)

I´ll Be Your Ghost (12“, 2009)

The Time Of No Time Evermore (2009)

DIE PATEN

Wer auf THE DEVIL´S BLOOD steht, sollte auch folgende Bands kennen:

Jefferson Airplane * Black Widow * Heart * Coven * Roky Erickson * Hawkwind * Iron Maiden * Thin Lizzy * Black Sabbath * Led Zeppelin * While Heaven Wept * Jex Thoth * Blood Ceremony * Urfaust * Watain

Das sagt THE DEVIL´S BLOOD-Kopf SL. zu „The Time Of No Time Evermore“:

»Ich freue mich darüber, dass die Arbeit getan ist und dass sie so erfolgreich war, wie sie nur sein konnte. Für mich persönlich stellt das Album mein Lebenswerk dar, perfekt und vollendet. Für die Welt... Wir werden sehen! Hail Satan!«

Autor:
Götz Kühnemund

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