Review

Reviews 8.0

THE BLOOD DIVINE

Awaken

Ausgabe: RH 113

Darren J. White, Ex-Frontman von Anathema, hatte nach seinem Rauswurf erst mal die Schnauze voll von Liverpool, gönnte sich eine längere Pause, zog um und reiste durch die Gegend, bis er wieder Hummeln im Hintern hatte und seine Musikantenseele sich austoben mußte. Aus diesem Grund scharte er einige frühere Mitglieder von Cradle Of Filth und Extreme Noise Terror um sich, und unter der Aufsicht von Pete Coleman entstand ein erstklassiges Gothic-Album, das vor Ideen nur so übersprudelt. In nahezu jedem Song gibt es neben den traditionellen Gothic- und Death Metal-Einflüssen klassische, orchestrale, orientalische oder jazzige Elemente, die schlüssig in das Gesamtkonzept eingebunden werden, so daß "Awaken" niemals langweilig wird, gleichzeitig aber auch nie die klare Linie verläßt. Ganz klar, hier ist eine Metalband am Werk, die es mächtig krachen lassen kann ('Aureole', 'So Serene', 'In Crimson Dreams') und auf der anderen Seite einen starken Hang zu epischen Melodien, verträumten Balladen ('These Deepest Feelings', 'Warm Summer Rain') und düsteren Untergangssounds hat ('Ocean Rise'). Letztere sind dann auch die einzigen Wehrmutstropfen dieses Silberlings, da sie den ansonsten vorherrschenden kreativen Dampf aus der Scheibe nehmen. Insgesamt gebührt THE BLOOD DIVINE allerdings ein ganz dickes Lob, besonders dem Ex-Cradle-Keyboarder Benjamin Ryan, der auf "Awaken" sein großes Talent voll entfalten kann und dieses Machwerk zu etwas Besonderem macht. Gelingt es dem Sextett auf dem nächsten Output, die letzten Schwächen im teils etwas zähflüssigem Songwriting auszubügeln, kann diese Band locker zur Spitzengruppe um Tiamat aufschließen.

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