Review

Reviews 9.5

TEMPLE OF THE ABSURD

Mother, Creator, God

Ausgabe: RH 142

Verdammt lange ­ mehr als drei Jahre! ­ mußte die Fangemeinde der Ausnahmetruppe um Sabina Classen auf ein neues Lebenszeichen ihrer Faves warten. Aber das lange Ausharren hat sich definitiv gelohnt! Mittlerweile zum Quartett geschrumpft, hat man zwar einen Gitarristen verloren, ansonsten jedoch in allen Belangen hinzugewonnen. Seien es Sabinas Vocals, die streckenweise unmenschlicher denn je klingen, andererseits aber auch leise Akzente setzen können, Schrödeys facettenreicheres, sehr gefühlvoll in die Kompositionen eingebettetes Gitarrenspiel oder auch ein Plus an Eingängigkeit in Sachen Songwriting. Das mit einem simpel-genialen Refrain versehene 'Liebe tötet langsam' und die mit massivem Breitwandriffing und geschickten Tempowechseln operierende Abrißbirne 'Baba Yaga' gehen mir schon seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf, und das restliche Material steht dem kaum nach. Die Trademarks, die den Erstling ausmachten ­ also vor allem der Wechsel zwischen purer Aggression und rückhaltloser Melancholie ­ wurden konsequent weiter ausgebaut. Die zu Debützeiten noch berechtigten Vergleiche mit Fear Of God ziehen bei "Mother, Creator, God" absolut nicht mehr und machen TOTA endgültig zu einem unverwechselbaren Unikat. Trotz aller Kontinuität wartet der Silberling aber auch mit einigen Neuerungen auf: In acht von elf Titeln wird sowohl englisch als auch deutsch gesungen, was prima funktioniert. Außerdem gibt es ein paar extrem sparsam dosierte, stimmig integrierte Rap-Parts zu hören. Lediglich bei 'Locomotive Breath', einer ansonsten gelungenen, hammerharten Version des Jethro Tull-Klassikers, hätte man besser darauf verzichten sollen. Das Tüpfelchen auf dem i einer musikalisch ohnehin exzellenten Scheibe ist die der Erstauflage ohne Aufpreis beiliegende CD-ROM mit über 50 Minuten Videoclips, etlichen Fotos, Songtexten in drei Sprachen, Soundsamples von sämtlichen Stücken (auch denen des Debüts) und einigem mehr an weiterführenden Informationen. Für Temple-Fans die absolute Vollbedienung! Neun Punkte für die Musik und ein halber Extrazähler für die fanfreundliche Aufmachung.

Autor:
Andreas Stappert

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