Review

Reviews 4.0

SUICIDAL ANGELS

Divide And Conquer

Ausgabe: RH 320

Plusminus:


NoiseArt/Universal (49:51)

Thrash hat in diesem Jahrtausend jegliche kreative Relevanz verloren. Das musste mal gesagt werden, auch auf die Gefahr hin, dass es jetzt Leserbriefe hagelt. Kaum eine der „jungen“ Bands besitzt eine musikalische Identität, das schöpferische Potenzial einer ganzen Szene scheint darin zu bestehen, die ewig gleichen Vorlagen (Slayer, Dark Angel, Exodus, Kreator & Co.) gerade mal noch in unterschiedlicher Gewichtung zu verhackstücken. Aber Stilmittel allein machen noch keinen Stil, so dass auch „Divide And Conquer“ in einer ernüchternden Kombination aus profilloser musikalischer Unintelligenz und redundanter Nachäfferei verreckt. Nonkonformismus, einst Kernthema des Metal (und des Thrash im Besonderen), ist auf Sender- wie Empfängerseite konservativer, verkaufsoptimierter Formatsklaverei und oberflächlichem Konsumismus gewichen. Vielen reicht das, mancher würde sich aber auch mal wieder eine Band wünschen, die man ohne Blick aufs Cover erkennen kann. Echt, das gab es früher! Note: Ansichtssache.
Hendrik Lukas
4

Die SUICIDAL ANGELS hängen in einer undankbaren Grauzone. DIY-Fundis rollen zwischen dem Archivieren irgendwelcher auf drei Stück limitierten Demo-Kassetten angewidert die Augen. Mainstream-Metaller, die schon beim Aufzählen der Big Four nur bis Metallica und Slayer kommen, zucken unwissend mit den Schultern. Dabei betreibt kaum eine aktuelle Thrash-Band solch brillantes und energiegeladenes Recycling wie das Griechen-Quartett. Es konzentriert sich dabei auf die Phasen von Exodus, Kreator & Co., als diese zwar bereits anständig spielen konnten und auch den einen oder anderen Schlenker in die Kompositionen einbauten, aber noch nicht gänzlich erwachsen klangen und überwiegend den Thrash-Beat knattern ließen. Natürlich sind die SUICIDAL ANGELS somit retro as fuck (dazu passt auch das absolut großartige Ed-Repka-Cover) oder meinetwegen Nachäffer. Aber es soll durchaus Szeneveteranen geben, die lieber ein aktuelles Album voller Déjà-vus genießen, als die immer gleichen Klassiker aus dem Schrank zu ziehen oder sich die gegenwärtige Entwicklung mancher alter Helden schönzuhören. Und es soll durchaus Szene-Neulinge geben, die vom "Das gab´s alles früher schon mal viel besser"-Gemecker die Schnauze voll und schlichtweg keinen Bock auf die ganzen "Opa-Bands" haben, die ihnen ständig als Nonplusultra um den Bartflaum geschmiert werden.
Jan Jaedike
8

Autor:
Hendrik Lukas
Jan Jaedike
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