Review

Reviews 9.0

SUBWAY TO SALLY

Mitgift - Mördergeschichten

Ausgabe: RH 322

BONUSBOMBE

STS/Universal (50:48)

Nach dem Nummer-sicher-Vorgänger „Schwarz in Schwarz“ haben SUBWAY TO SALLY nun ihr mutigstes Album überhaupt abgeliefert. Medialer Aufhänger sind natürlich die Dubstep-Einflüsse, die jedoch viel harmloser als bei Korn ausfallen und sich oft nur in der Art der Arrangements niederschlagen. Die atmosphärischen Elektro-Elemente gleichen düsteren Soundscapes aus dem Hause Nine Inch Nails und werden sehr homogen mit dem bekannten Mittelalter-Metal verwoben, der dank seiner charakteristischen Merkmale nach wie vor sofort nach STS klingt. Somit ist das Experiment voll geglückt und lässt die Band spannend und frisch klingen, ohne die alten Stärken zu vernachlässigen. Ambitioniert sind die Potsdamer ja seit jeher, aber diesmal haben sie selbst für ihre Verhältnisse Großes geleistet. Das umfassende Konzept erzählt reale Verbrechen auf teils erschreckend poetische Art. Da Texte und Musik Hand in Hand entstanden, werden die Morde mit packendem Spannungsaufbau und ganz starker Stimmung vertont. Den vielen Facetten entsprechend, gleichen besonders ´Für immer´ und ´Haus aus Schmerz´ einer höchst emotionalen Achterbahnfahrt, die mit einigen aufwühlenden Passagen nicht immer leicht verdaulich ist. Das sind eher straighte Stücke wie ´Dein Kapitän´ und ´Arme Ellen Schmitt´, die es genau wie balladeske Songs (´Im Weidengarten´) natürlich auch gibt. Abgerundet wird dieses mörderische Meisterwerk von der Produktion, die mit bewussten Ecken und Kanten passend zur Thematik ziemlich schroff und hart klingt. Chapeau!

Autor:
Marcus Schleutermann

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