Review

Reviews 6.0
Doom Metal

STONED MONKEY

Stoned Monkey

Label: Argonauta/Cargo
Dauer: 28:36
Erscheinungsdatum: 06.12.2019
Ausgabe: RH 392

Überdurchschnittlich gut informierte Fußballfans und Benedikt Höwedes dürften sich an Vitaly Zdorovetskiy erinnern. Der Russe stürmte während des WM-Endspiels 2014 den Rasen und versuchte, dem deutschen Verteidiger einen Schmatzer auf die Wange zu drücken. Die zensurzahmen TV-Regisseure der Fifa blendeten das Geschehen aus, Bilder des Flitzers mit seiner Nacktbauchbotschaft gingen dennoch um die Welt: „Natural Born Prankster“. Sein Naturtalent als Schabernacken stellte er in den Folgejahren immer wieder unter Beweis, so im Juni 2018: Für ein Video, in dem er einen Schimpansen an einer Bong ziehen ließ, kassierte Zdorovetskiy wütende Proteststürme, das arme Geschöpf glotzte mit glasigen Augen in die Kamera. Womöglich hat er das Tier im Anschluss daran dieses Album einspielen lassen, das der offiziellen Label-PR-Legende nach das Debüt des italienischen Instrumental-Trios STONED MONKEY sein soll und mit primatenhafter Urenergie eine komahafte Wirkung erzeugt: Stimmlose Sludge-Ströme quälen sich durch den Schädel, der Riffschlick vermatscht dem Hörer am Ende sämtliche Sinne, ohne dass allzu viel vom Songmaterial hängenbliebe. Ein Konzert der Band in der Haschhöhle des Vertrauens zu besuchen, könnte sich dieses stumpfpuren Effektes wegen also lohnen, das Album aber brauchen nur Leute, die wirklich alles brauchen. Fango ohne Tango.

Autor:
Thorsten Dörting
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