Review

Reviews 7.0

STEEL PROPHET

Unseen

Ausgabe: RH 183

Wenn man „Unseen“ nur ein, zwei Mal hört, könnte man fast meinen, man hätte es hier mit STEEL PROPHETs „Dissident Alliance“, „Re-Opening The Gates“ oder „Fight For The Rock“ zu tun. Ganz so schlimm ist es allerdings nicht: Vorausgesetzt, man lässt sich auf die Platte ein und wirft alle Erwartungshaltungen über Bord. „Unseen“ ist nämlich alles andere als lupenreiner progressiver Power Metal, sondern bedient sich aus dem reichhaltigen Fundus der Rockgeschichte. Da gibt´s u.a. obskure, fast Horrorfilm-mäßige Keyboard-Breaks (das eher langweilige ´Rainwalker´), Siebziger-Rock mit Streicher-Arrangements (das noch ödere ´Magenta´), Aggro-Metal mit halbherzigem Thrash-Riffing und einer supernervigen Bridge (´Blackest Of Hearts´) sowie ´ne totale Nullnummer (´Martyred´).

Gott sei Dank finden sich auf dem Teil aber auch ein paar richtig geile Stücke, die das Niveau von „Dark Hallucinations“ oder „Book Of The Dead“ durchaus halten. So z.B. der recht typische Ohrwurm-Opener ´Truth´, der abwechslungsreiche und klasse arrangierte Groover ´Among The Damned´ oder der wirklich famose Uptempo-Kracher ´Mirror, Mirror, Life After Life´.

Alles in allem ist „Unseen“ zwar bestimmt kein Todesurteil, objektiv gesehen sicherlich auch ein ganz gutes Album; um das Wörtchen „Enttäuschung“ kommen aber zumindest Die-hard-Fans nicht herum. Schade.

Autor:
Boris Kaiser
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