Review

Reviews 7.5

STEEL PROPHET

Omniscient

Ausgabe: RH 327

Cruz Del Sur/Soulfood (62:33)
„Inner Ascendance“ von 1989 gilt als eines der besten (und legendärsten) Metal-Demos aller Zeiten, aber man sollte STEEL PROPHET ganz bestimmt nicht darauf reduzieren: Sämtliche Alben bis „Book Of The Dead“ (2001) waren mindestens töfte (mit dem superben „Dark Hallucinations“ von ´99 als absolutem Highlight), erst danach ging´s (deutlich) bergab, und 2004 strich man die Segel. Nun, das Konzeptalbum „Omniscient“, wieder mit dem nicht zu ersetzenden Rick Mythiasin an den Vocals, ist eine komische Rückkehr. Die erste Hälfte der Platte gefällt mit meistens auf den Punkt gebrachtem Progressive Power Metal, gut gespielt und arrangiert (wenn auch eher mittelprächtig produziert), nach dem etwas gewöhnungsbedürftigen ´666 Is Everywhere (The Heavy Metal Blues)´ verliert das US-Quintett aber leider den Faden: ´Bohemian Rhapsody´ zu covern, muss man sich trauen (das Ergebnis geht in Ordnung), die schlicht nervigen Melodieführungen in ´Transformation Staircase´ und ´1984 (George Orwell Is Rolling In His Grave)´ hätte man dagegen besser in der Schublade gelassen. Der Rest kommt leider nicht richtig auf den Punkt, tönt nicht ärgerlich, in Anbetracht  des starken Auftakts aber irgendwie nach verschenkten Möglichkeiten. Damit steckt man drei Viertel der Konkurrenz zwar immer noch in den Sack, der eigenen Vita wird man alles in allem aber nicht gerecht. Und das ist irgendwie Käse, wenn ihr mich fragt.

Autor:
Boris Kaiser
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