Review

Reviews 8.0

SPIRITUAL BEGGARS

Return To Zero

Ausgabe: RH 280

InsideOut/EMI (52:49)

Treffender hätte der Titel der aktuellen SPIRITUAL BEGGARS-Scheibe nicht ausfallen können, denn das siebte Album der Bandhistorie markiert tatsächlich einen stilistischen Neuanfang. Geschuldet ist das neben den musikalischen Vorlieben von Michael Amott vermutlich vor allem dem neuen Sänger Apollo Papathanasio (Firewind), dessen Stimmfarbe sich deutlich von der seiner Vorgänger Spice und JD (Grand Magus) unterscheidet und ihre Wurzeln eher im Classic- oder Siebziger-Jahre-Rock als in Stoner- oder Schweinerock-Gefilden hat. Zwar waren diese Einflüsse schon auf dem Vorgänger-Album „Demons" in den Hintergrund gerückt, aber diesmal ist der Kurswechsel endgültig, wie bereits das Keyboard-Intro klarmacht, das extrem an Rainbow-Großtaten wie ´Tarot Women´ oder ´Gates Of Babylon´ erinnert, ehe mit ´Lost In Yesterday´ ein Sabbath-artiger Stampfer das Album eröffnet. Was folgt, ist ein musikalisch hochklassiger Parforceritt, in dem sich atmosphärische Hammond-Orgel-Passagen, brillante Gitarrenparts und der erstklassige Gesang von Apollo gegenseitig zu kompositorischen Höchstleistungen pushen. Hier stimmt die Mischung aus Atmosphäre (´Spirit Of The Wind´), Mitgehnummern (´Star Born´, ´A New Dawn Rising´) und Verbeugungen vor den ganz großen Classic-Rock-Bands. ´Coming Home´ geht problemlos als Thin-Lizzy-Hommage über die Ziellinie, ´Concrete Horizon´ erinnert an die Michael Schenker Group zu „Assault Attack"-Tagen - die Liste ließe sich fortsetzen, würde aber den Rahmen sprengen.

´Return To Zero´ ist nicht nur ein fantastisches Rockalbum, sondern ganz nebenbei auch noch perfekt vertonte Musikgeschichte. Dieses Prädikat haben nicht viele Alben verdient.

Autor:
Thomas Kupfer
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