Review

Reviews 8.5

SPIRITUAL BEGGARS

On Fire

Ausgabe: RH 186

Es gibt nicht viele Bands, bei deren Sounds man das Gefühl hat, mitten im Proberaum zu hocken und von den Jungs mit einer gleichzeitig ungehobelten und handwerklich versierten Klasse-Session weggedonnert zu werden. „On Fire” erinnert in seiner Unbekümmertheit, Frische und Explosivität an „Ain´t Life Grand”, das letzte Album von Slash´s Snakepit. Hier knistern die Marshalls auf halb elf, hier dröhnt der Overdrive, hier knurrt und schwummert die Hammond-Orgel, hier klöngelt der Bass, hier knüppelt ein Könner, und mitten in der verräucherten Bude kickt der Sangesmann mit seiner schwerblütigen Grizzly-Stimme den Staub aus der Polstergarnitur. Die elf Nummern von „On Fire” stehen buchstäblich in Flammen und sind durch die Bank Paradebeispiele dafür, dass sich Siebziger-Retro-Klänge nicht auf vergilbte Jammer-Arien beschränken müssen. Nein, die Schweden haben nach dem gefeierten „Ad Astra” erneut das Kunststück fertig gebracht, die Vibrationen von Deep Purple, Black Sabbath, Led Zeppelin, Molly Hatchet oder Rainbow aufzugreifen und dennoch dank ihrer swingenden Grooves und derben Streetrock-Drives eigenständig und modern zu klingen, unterstützt vom Wichtigsten, was ein starkes Album haben muss: unwiderstehlichen Hooks. ´Tall Tales´, ´Street Fighting Saviours´ oder ´Dance Of The Dragon King´ rumpeln in schönster Klotzrock-Manier durch die Speaker, der Ohrwurm ´Fools Gold´ degradiert überproduzierte Rocker wie HIM zu zahnlosen Tanzmuckern, und Midtempo-Hymnen wie ´Look Back´ oder ´Black Feathers´ nehmen dich mit auf eine Entdeckungsreise ins Land der Lavaströme.

Autor:
Jenny Rönnebeck
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