Review

Reviews 8.0

SONATA ARCTICA

Unia

Ausgabe: RH 241

Nuclear Blast/Warner (58:39)

Knapp drei Jahre sind seit der Veröffentlichung des letzten SONATA ARCTICA-Studioalbums „Reckoning Night“ vergangen. Eine Zeit, in der das finnische Quintett in der Beliebtheitsskala zu Bands wie Blind Guardian oder Stratovarius aufschließen konnte, sich aber gleichzeitig vom oft zu Vergleichszwecken herangezogenen Sound der genannten Bands wegentwickelt hat. „Unia“ überrascht und dürfte einige Fans gehörig vor den Kopf stoßen, denn im Gegensatz zu ihren früheren Alben setzen Tony Kakko & Co. diesmal stilistisch gänzlich andere Akzente: Das beginnt beim deutlich tieferen Gesang des Frontmanns sowie einer groovigeren Produktion und gipfelt in diversen Soundexperimenten, die sowohl klassische als auch progressive Elemente in den Vordergrund des komplex arrangierten Songmaterials stellen.

Es braucht mehrere Durchläufe, bis sich diverse Feinheiten wie beispielsweise die an das Queen-Masterpiece ´Bohemian Rhapsody´ erinnernden Wechselgesänge in ´The Vice´ oder die Musical-mäßigen Einflüsse bei ´My Dream´s But A Drop Of Fuel For A Nightmare´ als schlüssig herausstellen. Ungeduldige Hörer könnten da schon voreilig die Flinte ins Korn geworfen haben und „Unia“ als überambitionierten Versuch, etwas ganz Eigenes zu erschaffen, bewerten. Bei diesem Album ist Geduld gefragt, und wenn man sich mit der Scheibe wirklich intensiv auseinander setzt, wird man schlussendlich feststellen, dass die typischen Trademarks des bisherigen SONATA ARCTICA-Sounds immer noch vorhanden, aber lange nicht mehr so dominant wie früher sind.

Ums auf den Punkt zu bringen: „Unia“ ist progressiver, epischer und aufgrund seiner ausgefeilten Songs eine echte Reifeprüfung für die Band. Man darf gespannt sein, wie weit die stilistische Reise in Zukunft noch gehen wird. Denn eins ist klar: Dieses Album ist erst der Anfang einer interessanten Entwicklung.

Autor:
Thomas Kupfer
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