Review

Reviews 8.5

SONATA ARCTICA

Pariah´s Child

Ausgabe: RH 323

PLUSMINUS-KRITIK

Nuclear Blast/Warner (52:18)

Mit „Pariah´s Child“ wenden sich SONATA ARCTICA überraschend weit ihrer Vergangenheit zu. Dabei zitieren sich die Finnen um den besser als je zuvor singenden Tony Kakko jedoch keineswegs stumpf selbst, sondern verknüpfen frühe Trademarks wie die zahlreichen Doublebass-Passagen und überaus hymnischen Refrains mit den Charakteristika der letzten Alben. Die Songs der Band sind nach wie vor äußerst komplex und von einer latenten Melancholie geprägt, vor allem warten sie an allen Ecken und Enden mit den erstaunlichsten Überraschungen auf (das großartige und komplett überdrehte Mini-Musical ´X Marks The Spot´ etwa). Dieser Anspruch bedingt zwar, dass nichts auf „Pariah´s Child“ an die schiere Eingängigkeit eines ´Victoria´s Secret´ anknüpft, sorgt andererseits aber dafür, dass einem Songs wie die von brillanten Melodien gekrönten ´The Wolves Die Young´ und ´Cloud Factory´, der Hardrocker ´Half A Marathon Man´ sowie Epen wie ´Larger Than Life´ einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen, wenn sie sich denn einmal dort eingenistet haben.

Tobias Blum
8,5

Kürzlich war ich mit dem Junior beim Kindergeburtstag in einem dieser Kommerz-Kinopaläste eingeladen. Gezeigt wurde „Die Eisprinzessin“. Eigentlich nicht schlecht gemacht, aber das Ende war den Jungs in der Gruppe erheblich zu dick aufgetragen. „Iiiiihhh, schon wieder Liebe!“, echauffierten sich die actionverwöhnten „Cars“- und „Planes“-Fans über den Kitschfaktor des Disney-Fims, der wohl doch eher für kleine Mädchen gemacht war. Was hat das mit SONATA ARCTICA zu tun? Nun, „Pariah´s Child“ klingt wie eine Bewerbung für „Die Eisprinzessin 2“, was auch totalen Sinn ergibt, wenn man sich anschaut, dass Tuomas Holopainen mit Begeisterung Donald-Duck-Bücher vertont. SONATA ARCTICA ziehen da mit zuckersüßen Melodien, klebrigen Keyboard-Layern, laschen Drum-Samples und Pseudo-Gitarren (die man genauso gut hätte weglassen können) locker nach, die Tonleitern werden mehrstimmig mit erstaunlicher Penetranz wie bei einem Musical rauf- und runtergeleiert. Ich habe die Band mal für ihren eingängigen, angenehmen Power Metal respektiert, aber das hier ist wirklich schwer zu ertragen.

Holger Stratmann
5

Autor:
Holger Stratmann
Tobias Blum
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