Review

Reviews 8.5

SÒLSTAFIR

Svartir Sandar

Ausgabe: RH 294

Season Of Mist/Soulfood (77:32)

Spätestens seit ihrem letzten Longplayer „Köld" haben sich die Qualitäten der Isländer herumgesprochen, so dass nicht gerade wenige Fans mit einer gewissen Erwartungshaltung auf „Svartir Sandar" lauern, der SÓLSTAFIR mit geringen Abstrichen auch gerecht werden. Ihr vierter Longplayer erscheint als Doppel-CD, die allerdings wie eine kleine Mogelpackung anmutet, weil es hier einen Zuschlag von gerade mal sieben Minuten im Vergleich zum Vorgänger gibt. Das ändert nichts an der Tatsache, dass SÓLSTAFIR zu den wenigen Bands zählen, die dem inflationären Gebrauch von Umschreibungen wie „episch", „erhaben" und „dramatisch" absolut gerecht werden. Allerdings wirkt der erste Teil von „Svartir Sandar" stellenweise unentschlossen und zu ausufernd. Diese sechs Songs wissen zu gefallen, erfordern aber auch die Bereitschaft, mit voller Aufmerksamkeit in die eisig-melancholischen Klangwelten von SÓLSTAFIR abzutauchen. Der zweite Teil gestaltet sich durch gängigere Song- und Riffstrukturen und vermehrte sowie nahezu perfekte dynamische Ausschläge auf Anhieb deutlich zugänglicher.

Unterm Strich hält „Svartir Sandar" das Niveau von „Köld", aber auch nach etlichen Durchläufen will sich das Gefühl nicht verflüchtigen, dass die punktgenaue und wirklich überwältigende Eruption der vier Isländer noch bevorsteht.

Autor:
Andreas Himmelstein
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