Review

Reviews 9.0

SÒLSTAFIR

Ótta

Ausgabe: RH 328

Season Of Mist/Soulfood (57:26)
Man glaubt es kaum: Da haben sich SÓLSTAFIR vor Jahren augenzwinkernd selbst in die Genreschublade „Icelandic Heathen Metal“ einsortiert, und plötzlich scheint sogar dieser durchaus Spielraum für Interpretationen lassende Begriff zu klein für den Sound des Quartetts zu sein. Die Entwicklung, die sich schon auf dem Doppelalbum „Svartir Sandar“  andeutete, setzt sich mit „Ótta“ nämlich weiter fort, Black- oder Pagan-Metal-Einflüsse sind allenfalls rudimentär und mit viel gutem Willen auszumachen, stattdessen dominiert Progressive-, Post- und Artrock, es gibt gelegentliche New-Wave-Einschübe, die so klingen, als wären sie tatsächlich Mitte der Achtziger eingefangen worden, epische Gitarrenriffs, dann wieder Streicher und Piano-Klänge sowie Songs, deren mächtig-erhabene Refrains mit akustischen Parts konkurrieren. Dass das zu keinem Zeitpunkt verkopft oder überambitioniert klingt, sondern eingenständig und natürlich und vom über allem thronenden schamanenhaft-markanten Gesang von Frontmann Aðalbjörn „Addi“ Tryggvason zusammengehalten wird, ist die wohl größte Leistung SÓLSTAFIRs. „Ótta“ ist ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk, das bei jedem Durchlauf das Kopfkino aufs Neue in Gang setzt.

Autor:
Thomas Kupfer

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