Review

Reviews 8.5

SÒLSTAFIR

Köld

Ausgabe: RH 262

Spikefarm/Soulfood

(70:38)

VÖ: 27.02.

Ein Album mit einem über achtminütigen Instrumental

zu eröffnen, ist natürlich gewagt und dürfte allzu konservative

Zeitgenossen direkt in Richtung uninteressiertes Schulterzucken

manövrieren. Was soll's. Die Isländer SÓLSTAFIR wollen sowieso nicht Everybody's Darling sein und haben auf ihrem bis dato besten Album dennoch oder gerade deswegen (fast) alles richtig gemacht. Mit ihrer Mischung aus Enslaved- und Primordial-artigem, sehr schlauem,

progressivem War-mal-irgendwie-folkig-(Black-)Metal, Doom und Postrock

rennen sie bei Underground-Trüffelschweinen offene Türen ein: Es ist wirklich wunderbar, mit welcher Selbstverständlichkeit die Band großes Drama und Epik mit lässiger Zurückhaltung verbindet, wie sich Trauer und Melancholie mit einem nicht auszumerzenden, fast schon jugendlichen Furor ergänzen. Moonsorrow weiter gedacht, das Ganze versehen mit schier ergreifenden Melodien sowohl im Gitarren- als auch Gesangsbereich, die einem wohlige Schauer verpassen. Sehr schade nur, dass die letzten drei Songs - vor allem das prätentiöse Passiert-nix-Gedudel 'World Void Of Souls' und das ungewöhnlich straighte, rockige 'Love Is The Devil (And I Am In Love)' - nicht das enorm hohe Niveau halten können, das die ersten fünf Tracks vorgeben.

Autor:
Boris Kaiser
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