Review

Reviews 7.0

SÒLSTAFIR

Ì Blódi Og Anda

Ausgabe: RH 180

Nördlich des 60. Breitengrads ist die Kälte nur auszuhalten, wenn man neben einem isländischen Geysir hockt, ein Sixpack Bier süffelt und Pläne schmiedet, wie man die schwarzmetallische Welt im Sturm erobert. Die Jungs von SÓLSTAFIR dürften das seit 1993 ausgiebig genug getan haben, weshalb sie jetzt nach mehreren Demo- und MCD-Anläufen endlich ein Debütalbum zu Stande brachten. Wegen der Runen auf dem Cover und im Booklet hätte ich eigentlich auf alterna(t)iven Mystik/Pagan Metal oder lupenreinen Viking Metal (wie vom Label angepriesen) getippt, doch bezweifle ich, dass Odin und seine Spießgesellen sich gern derart punkig verehren lassen.

Wäre nicht der eindringlich aggressive Keifgesang - Burzum lassen musikalisch grüßen - und einige Atmosphären-Parts (besonders hervorzuheben ist das schier unendliche, aber dennoch geniale Outro von ´Ei Vid Munum Idrast´), so ginge ?Ì Blodi Og Anda? (übersetzt: ?In Blut und Geist?) auch als Punk/Früh-NWOBHM-Bastard durch. Vor allem der erste Teil des Albums (´Undir Jökli´ und der Titelsong) schlägt in diese sympathische, weil hochenergetische Kerbe, während den wackeren Isländern gegen Schluss des Albums etwas die Puste und die Ideen ausgehen. Das langweilige ´Í Viking´ wird Malmsteens ´I Am A Viking´ in keinster Weise den Rang als beste Nordmann-Hymne ablaufen, und auch das Frauenstimmen-Experiment ´Arstidir Daudans´ ist nicht übermäßig geglückt.

Trotzdem überwiegt der positive Eindruck. SÓLSTAFIR werden von der paganistischen Zielgruppe sicherlich mit offenen Armen empfangen werden.

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