Review

Reviews 8
Hardcore

SICK OF IT ALL

Wake The Sleeping Dragon!

Label: Century Media/Sony
Dauer: 32:36
Erscheinungsdatum: 02.11.2018
Ausgabe: RH 378

Das Fünfziger-Jahre-Monsterfilm-Cover mit dem Drachen, der das Empire State Buildung umschlingt, gehört zum unterhaltsamsten, was die Hardcore-Legende seit ihrem Start Ende der Achtziger um ihre Tonträger geschlungen hat. Niedergerissen wird in ihren 17 kurzen neuen Brettern aber nicht nur das Empire, sondern auch andere Ärgernisse wie etwa die systematische Tierquälerei oder der Egowahn moderner Selbstdarsteller. Für Letztere nehmen sich die zornigen Männer auf 'Self Important Shithead' gerade mal 58 Sekunden Zeit. Mehr haben die Selfie-Trottel nicht verdient. An anderen Stellen der Platte wird es überraschend langsam und melodisch, wenn man unter Melodie Kneipengesang und Fußballchöre versteht. Chuck Ragan von Hot Water Music und Tim McIlrath von Rise Against sind zu Gast, selbst Letzterer trotz des Breitwanderfolges seiner Band von Natur aus ebenfalls mit dem groben Schleifpapier gesegnet. Doch nicht nur zwischen den Stücken, sondern auch innerhalb von ihnen stimmt die Varianz. Mag ja sein, dass SICK OF IT ALL „still pissed“ sind, doch das Timing und die Konstruktion von Qualitäts-Hardcore beherrschen sie so rational wie perfekt. Wann immer es genug ist mit der Galopping Drum, starten sie den Groove-Teil eines Songs. Wann immer das Publikum von Lou Kollers Gebell ermüdet sein könnte, öffnet sich der Song zum Group Shout und Chorus. Klanglich hat Jerry Farley das Ding so produziert, dass Drums und Stimme die Gitarren zum bloßen Straßenbelag degradieren, während die Felle und die Stimmbänder die Go-Karts immerfort gegen die Banden bumpern lassen. Ein Album frei von zukünftigen Klassikern, aber durchweg kurzweilig.

Autor:
Oliver Uschmann

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