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SHY GUY AT THE SHOW

Kingdom Of The Sel

Ausgabe: RH 374

Mit dem Spruch „wenn diese Band den Durchbruch schafft“, werde sie Selbstmord begehen, hat sich die US-Musikjournalistin Melissa Mills ins große Buch der Rockgeschichte eingetragen. Das zu Beginn der Siebziger auf das Debüt von Uriah Heep gemünzte Bekenntnis der „Rolling Stone“-Schreiberin bin ich heute versucht, ins Positive gewendet auf SHY GUY AT THE SHOW anzuwenden. Denn: Nach drei Jahren verhältnismäßiger Funkstille melden sich die Karlsruher Goth-Rocker mit „Kingdom Of The Self“ bockstark zurück. Auf seinem fünften (!) Tonträger präsentiert sich das Quintett zwar deutlich gereift, Rostflecken sucht man auf dem düster-samtigen Soundgewand der gar nicht mehr so knabenhaften und auch wenig scheuen Jungs aber vergebens: SGATS zocken mal harschen, mal zerbrechlich wirkenden Dark-Rock, der irgendwo zwischen Héroes Del Silencio, The Sisters Of Mercy und Depeche Mode mäandert. Wobei man mit Erstgenannten hauptsächlich die stark literarische Prägung der Lyrics (William Blake, Ezra Pound) und mit Letzteren den geschmackvollen Einsatz von Synthies gemein hat. Was aber am wichtigsten ist: SGATS können Songs schreiben. Das flotte, aber minimalistisch instrumentierte ´Let The Angels Through´, das rhythmisch und harmonisch spannungsgeladene ´Say My Name´, das drängende ´Hey Mary´, das hymnische ´This Fire´ oder das gruselige ´The Wolves´ sind von einer hymnischen Breite, die unüberhörbar nach Stadion schreit. Diese Band hat alles, was sich Liebhaber des innovativen, von den Achtzigern inspirierten Dark-Wave-Rock wünschen. ?* Also: Kaufen und dem Autor das Weiterleben sichern! Kontakt: www.shy-guy-at-the-show.de

Autor:
Felix Mescoli

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