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SCORPIONS

Tokyo Tapes

Es existiert wohl kaum ein Album, das die These vom Propheten, der im eigenen Land nichts gilt, besser dokumentiert als dieses Doppel-Vinyl. In Deutschland spielten sich die Jungs aus Hannover 13 Jahre nach ihrer Gründung noch in Jugendzentren vor durchschnittlich 137 Nasen den Arsch ab, während sie in Japan bereits einen ungeheuren Stellenwert besaßen. Selbst heute dürfen sich etliche Kapellen, die in den folgenden Jahrzehnten im Kielwasser der Niedersachsen mit dem Trademark „Made in Germany" tonnenweise Yen scheffelten, bei den Scorps für diese Pionierarbeit bedanken.

„Tokyo Tapes" ist ein historischer Release: Er bedeutet den endgültigen Einstieg eigenständiger teutonischer Acts in den Weltmarkt, der bis dato Keyboardfreaks wie Tangerine Dream und Kraftwerk vorbehalten war, und gleichzeitig das Ende der Krautrock-Ära von Kiffersoundkapellen wie Jane, Satin Whale, Kraan, Birth Control oder Guru Guru.

Legendär sind diese Aufnahmen vor allem aufgrund des fabelhaften Spiels von Leadgitarrist Uli Jon Roth, der u.a. das Neun-Minuten-Opus ´Fly To The Rainbow´ mit den Sounds einer in voller Fahrt entgleisenden Dampflok ausklingen lässt. Aber auch das kernige Geballer von ´He´s A Woman She´s A Man´, die balladesken ´In Search Of The Peace Of Mind´ und ´In Trance´ oder der unwiderstehliche Multifunktionstrack ´We´ll Burn The Sky´ samt seiner infernalischen Steigerung im Finale haben bis heute keine Unze ihrer intensiven Spannung verloren.

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