Review

Reviews 10.0
Black Metal Progressive

SATYRICON & MUNCH

Satyricon & Munch

Label: Napalm/Universal
Dauer: 56:07
Erscheinungsdatum: 10.06.22
Ausgabe: RH 422

„Ist das noch Black Metal oder schon Special Interest?“ Lauscht man den Ausführungen von Mastermind Sigurd „Satyr“ Wongraven in unserer letzten Ausgabe, darf Black Metal absolut alles und sollte sich niemals durch irgendwelche Limitierungen bremsen lassen. Schafft man sich einen Überblick über die Black-Metal-Welt Norwegens, ist Satyr damit gewiss nicht alleine. Man denke an Alben von Ulver, Soloprojekte von Fenriz (Neptune Towers) oder ´Blessed From Below´ von SATYRICON selbst. Was hier produziert wurde, ist nicht nur eine Komposition, die in der Kunstausstellung in Oslos Munch-Museum perfekt funktioniert, für die sie eigens komponiert wurde, sondern vielmehr eine Melange aus dem, was Black Metal für Norwegen ausmacht: ein Gefühl. So balanciert der einzige 54-minütige Instrumental-Track zwischen Romantik, Trauer, Einsamkeit, Erhabenheit, latenter Wut und einer einzigartigen Stimmung, die nicht nur in Verbindung mit den Kunstwerken von Edvard Munch funktioniert, sondern viel mehr zur inneren Einkehr und gleichzeitigem Abschweifen animiert. Synthesizer à la Klaus Schulze bzw. Tangerine Dream treffen Gänsehaut-Orchester-Arrangements, die durch Riffs aus längst vergessenen Neunziger-Jahre-Zeiten angereichert werden, in denen Darkthrone noch Tracks wie ´Snø og granskog (Utferd)´ aufnahmen. „Satyricon & Munch“ ist wahrscheinlich das Mutigste und Spannendste, das Satyricon seit „Rebel Extravaganza“ aufgenommen haben. Und: „Satyricon & Munch“ ist eine Black-Metal-Platte!

Autor:
Stefan Hackländer

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