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SANCTUARY

Inception

Ausgabe: RH 358

Century Media/Sony (42:28)
Fans des Achtziger-US-Metal sind halb durchgedreht, als die sogar im tiefen Underground relativ „unbeschriebenen“ 1986er Demos der Seattle-Legende SANCTUARY als soundtechnisch überarbeitete, aufpolierte Versionen angekündigt wurden - wie viele vergessene Großartigkeiten würden sich wohl finden? Nun, unbekannte Songs gibt´s auf dem Neun-Tracker „Inception“ letzten Endes nur zwei: die guten, aber auch etwas unauffälligen ´Dream Of The Incubus´ (Opener!) sowie ´I Am Insane´. Den Rest kennen Fans ausnahmslos vom 1988er Debüt „Refuge Denied“, wobei die frühen, von Zeuss geschmackvoll restaurierten Ausgaben durch die Bank sehr hörenswert sind, kann man an ihnen die Entwicklung der Stücke doch prima nachvollziehen - wobei ich aber gar nicht zwingend unterschreiben würde, dass sie in ihrer Gänze „energetischer“, „rauer“ oder „härter“ als die „offiziellen“ tönen (aber vielleicht habe ich mich auch nur zu sehr an „Refuge Denied“ gewöhnt). Ob man das Ganze als eigenständigen Full-price-VÖ auflegen muss (statt es z.B. als Bonusdisc für das nächste richtige Album der Band zurückzubehalten), darf man gerade heutzutage durchaus fragen, aber ich finde das Preis-Leistungs-Verhältnis vor allem der LP durchaus okay - was vor allem am dicken, schönen, sehr informativen Booklet (und dem Ed-Repka-Cover im Großformat) liegt.

Autor:
Boris Kaiser
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