Review

Reviews 8.0

SABATON

Heroes

Ausgabe: RH 324

PLUS-MINUS

Nuclear Blast/Warner (37:02)

Eines vorweg: Wer mit SABATON bislang nichts anfangen konnte, wird auch nach diesem Album nicht zum Fanboy mutieren. Denn bei SABATON ist weitgehend alles beim Alten geblieben. Markantester Unterschied zu den Vorgängerplatten ist der deutlich zurückgefahrene Keyboard-Bombast. Da die Band momentan keinen Tastenmann in ihrem Line-up hat, spielt dieses Instrument diesmal nur eine unterstützende Rolle und lässt mehr Platz für die Gitarren. Eine weitere Neuerung ist der leichte Western-Touch in ´To Hell And Back´ - eine Nummer, die allerdings nur so vor Kitsch trieft und für meinen Geschmack komplett in die Hose geht. Ach ja, eine Ballade gibt´s mit ´The Ballad Of Bull´ auch. Deren Savatage-Flair war aber durchaus schon vorher bei SABATON vertreten. Und nun zu den schönen Nachrichten: Alle anderen Tracks zeigen SABATON in gewohnt guter Form und liefern die liebgewonnenen Trademarks: konsequente Eingängigkeit, Melodien im Breitwandformat und massentaugliche Refrains. ´No Bullets Fly´, ´Night Witches´ und ´Resist And Bite´ liegen in dieser Disziplin ganz vorne, stark sind auch ´Soldier Of 3 Armies´ mit seinem Priest-mäßigen Eröffnungsriff und ´Inmate 4859´, das von der Atmosphäre her ein bisschen an langsamere Hypocrisy-Sachen erinnert. „Heroes“ ist nicht das beste SABATON-Album, aber ein wirklich gutes.
Frank Albrecht
8

„Heroes“ ist das wirkungsvollste Brechmittel der letzten Monate. Die bis ins winzigste Detail durchkalkulierten, mit ultraflachen Klischee-Riffs und schmerzhaft aufdringlichen Schlager-Metal-Melodien bis zur Erstickungsgrenze vollgestopften Songs lassen meinen Mageninhalt umgehend gen Zimmerdecke streben, der latent martialische Gesang, der ganz toll männlich und verwegen klingen, gleichzeitig aber auch kein zartes Pop-Metal-Öhrchen verschrecken will, verstärkt das Würgen nur noch, und die wie immer völlig bescheuerten Texte setzen diesem Verblödungs-Soundtrack die säuerlich müffelnde Auswurfkrone auf. Egal, wie die Schweden ihre Fünftklässler-Lyrik gemeint haben mögen: In Verbindung mit den pathetischen (natürlich sehr professionell produzierten) Bubblegum-Bombastsounds klingen die Schmonzetten an mehr als einer Stelle kriegsverherrlichend, und wenn beim geschmacklichen Tiefpunkt ´Inmate 4859´ „Musikantenstadl“-würdig geschunkelt und dabei über Auschwitz gesungen wird, könnte ich gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte. Widerlich!
Michael Rensen
4

Autor:
Michael Rensen
Frank Albrecht
AMAZON EMPFEHLUNG

Interessante Artikel:


Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.