Review

Reviews 9.0

SABATON

Carolus Rex

Ausgabe: RH 301

Plusminus:

Nuclear Blast/Warner (45:16)

Eines vorweg: Wer bislang nix mit SABATON anfangen konnte, den wird auch diese Platte nicht zum Supporter machen. Die Fan-Gemeinde der Schweden hingegen darf jubilieren, denn „Carolus Rex“ ist ein durchgängig hochklassiges Album geworden, das dem bisherigen Highlight der Bandhistorie („The Art Of War“) absolut auf Augenhöhe begegnet. Den Gegnern der Band sei gesagt: Ja, die Songs sind schnörkellos, ohne erwähnenswerten technischen Anspruch und mit reichlich Keyboard-Bombast unterlegt. Zufrieden? Prima. Dann könnt ihr euch ja jetzt verpissen. Der Rest freut sich darüber, dass die Hitdichte auf „Carolus Rex“ verdammt hoch ist. Man geizt nicht mit Breitwand-Melodien und hat etliche Tonspuren mit Chorgesang belegt. Im Gegensatz zum Vorgängerwerk „Coat Of Arms“ ist man auch nicht nur auf Nummer Sicher gegangen und hat alle erfolgreichen Trademarks des eigenen Sounds recycelt, sondern blickt durchaus auch mal über den Tellerrand - wenn auch nur sehr vorsichtig. Das rhythmusbetonte Titelstück z.B. bewegt sich abseits des üblichen SABATON-Rasters, das Maiden-artige ´Killing Ground´ ebenso. Auch das garstig-speedige ´The Lion From The North´ oder das hörbar von alten Dio-Platten inspirierte ´Long Live The King´ kann man keinesfalls als Stangenware bezeichnen.

Ach ja, hat da gerade irgendein selbsternannter Gralshüter der echtmetallischen Lehre was von „Schlager-Metal“ gemosert? Wenn er damit anerkennen will, dass SABATON ein Händchen dafür haben, Songs mit hohem Wiedererkennungswert zu schreiben, die das Potenzial besitzen, eine größere Masse an Metalfans zu erreichen und die Band vom Club-Level in die Hallen dieser Welt zu bringen - dann ist das wohl so. Viel Feind, viel Ehr!

Frank Albrecht
9

Richtig, Frank, Schlager-Metal. Ich hab noch nicht mal was gegen Kitsch im Metal (early Manowar, early Running Wild, Virgin Steele, jüngere Savatage), aber SABATON sind einfach neben Rhapsody und neuen Manowar DAS Paradebeispiel für Plastiksounds. Das fängt beim sehr nach Drumcomputer tönenden Schlagzeug an und hört bei diesem klebrigen Keyboardmatsch auf. Auch wenn es arrogant klingt und ich diese Platte gar nicht mal so richtig scheiße finde: Bands wie SABATON sind schuld an der Verballermannisierung des Metal.

Götz Kühnemund
6

Autor:
Frank Albrecht
Götz Kühnemund
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