Review

Reviews 8.0

RUNNING WILD

Rapid Foray

Ausgabe: RH 352

Steamhammer/SPV (57:04)
Heavy Metal like a Hammerblow? Kind of. Ernsthaft jetzt: Ich habe lange darüber nachgedacht, was „Rapid Foray“ so viel besser macht als seine vier, fünf Vorgänger - zumal es bei aller Freude ja nicht so wäre, dass die 16. (!) RUNNING WILD-Full-length keine Kritikpunkte liefern würde. Im Gegenteil: Auch wenn die Produktion einen deutlichen Schritt nach vorne darstellt, vor allem wenn man „Shadowmaker“ und „Resilient“ heranzieht, ist „Rapid Foray“ soundmäßig kein Kracher, die Platte klingt sogar umso schlechter, je besser die Anlage ist, und auch wenn an den Aufnahmen ECHTE Drummer beteiligt waren (was ich durchaus glaube!), tönt das editierte Endergebnis dann doch eher leblos als nach fliegenden Sticks und Schweiß in Strömen.
Das große ABER allerdings lautet: Wo man in den letzten Jahren insgesamt oft genug den Kopf schütteln musste (und zwar von links nach rechts und nicht von oben nach unten), bestimmen jetzt wieder ECHTE RuWi-Metal-Songs (und nicht diese komischen megasimplen Riff-Rocker) das Bild, und das Ganze hat einen vielleicht manchmal trashigen, aber immer extrem unterhaltsamen Charme, der einen fast ein wenig ans Frühwerk von Rock´n´Rolf erinnert (mit ´By The Blood In Your Heart´ inklusive Knaller-Lyrics wie „Life is hard... You need relief/ So bang your head and feel the music“ gibt´s sogar so ´ne Art ´Prisoner Of Our Time´/´Chains And Leather´-Tribut, auch musikalisch). Dazu kommt ein generelles wiedererstarktes Gespür für das, was RUNNING WILD seit jeher ausgezeichnet hat, für schneidende Gitarrenmelodien (Titelsong, ´Blood Moon Rising´), für stampfende Midtempo-Fistraiser (´Warmongers´, ´Stick To Your Guns´), sogar für ausufernde, tatsächlich liebevolle Arrangements (der Elf-Minuten-Abschluss ´Last Of The Mohicans´), und noch nicht mal den ´Little Big Horn´-Rip-off ´Into The West´ mag man bekritteln, weil die Chorus-Hook zu den stärksten der ganzen Platte gehört. NATÜRLICH reicht das alles letzten Endes nicht, um auch nur ansatzweise am Thron der Maßstäbe setzenden Band-Alben (vor allem) zwischen „Port Royal“ und „Black Hand Inn“ zu rütteln - aber es ist immerhin zwingend genug, um zumindest große Teile der Genre-Konkurrenz wieder auf die Plätze zu verweisen, und es wird vor allem die enttäuschte Fan-Schar mehr als nur ein Stück weit mit Rock´n´Rolf und seinem Werk versöhnen. Und das ist eine Leistung, die man dann auch mal würdigen sollte.

Autor:
Boris Kaiser

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