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ROSE TATTOO

Assault & Battery

Eins war klar: Eine solche Jahrhundert-Platte wie das ROSE TATTOO-Debüt „Rock´n´Roll Outlaw“ gibt es nur einmal. Dieses Werk konnten die Aussies auf gar keinen Fall jemals übertreffen. Aber sie haben es verdammt noch mal geschafft, mit „Assault & Battery“ sehr nah an die Intensität des Erstlings heranzukommen.

Ich bleibe dabei: Auch heute noch gehören ROSE TATTOO zu den härtesten, dreckigsten Kapellen, die es auf diesem Erdball zu bestaunen gibt - egal, welcher Trend in den letzten Jahren auch als „super-heavy“ bezeichnet wurde; egal, welche schrägen Sickos sich heutzutage auf den Bühnen dieser Welt herumtreiben. Denn bei ROSE TATTOO war nichts aufgesetzt, hier wurde nie geschauspielert - diese Band bestand aus fünf schwerstens tätowierten Asis aus Melbourne, die es wie kein anderer Act schafften, das raue Großstadtleben zu vertonen und dabei Geschichten zu erzählen, die jeder nachvollziehen konnte. Womöglich sind die meisten davon sogar wahr...

Dieser Haufen imponierte einem halbstarken Teenager wie mir natürlich ungemein, und ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mir bald in die Hosen machte, als die Tatts Anfang der Achtziger in einem versifften Laden namens „Wartburg“ in Wiesbaden auftraten: Die Hütte war vollgepackt mit den übelsten Biker-Typen und sämtlichen Vollasseln, die man sich nur vorstellen konnte, und als die Lichter ausgingen, flogen sämtliche Flaschen von den Tischen, und fortan knackste es bei jedem Schritt, den man tat, bedenklich unter den ausgelatschten Billig-Turnschuhen, weil der Boden mit Scherben übersät war.

Die richtige Umgebung also für wutgeladene Energieausbrüche wie ´All The Lessons´, ´Manzil Madness´, ´Magnum Maid´ oder ´Suicide City´, allesamt auf „Assault & Battery“ vertreten und getragen von Pete Wells´ arschgeiler Slide-Gitarre und den kreischenden Vocals von Angry Anderson. „Assault & Battery“ - das war und ist irgendwie so etwas wie das richtige Leben. Und stolz konnten mein Kumpel und ich nach jenem Konzert rumerzählen, mit welch heftigen Typen wir auf jenem Gig abgehangen hatten - und verschwiegen dabei freilich, dass wir uns nur respektvoll im hintersten Teil des Clubs aufgehalten hatten, weil´s vorne ein bisschen zu übel abging...

Autor:
Frank Albrecht
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