Review

Reviews 7.0
Heavy Metal

ROADWOLF

Unchain The Wolf

Label: Metalizer/Soulfood
Dauer: 41:27
Erscheinungsdatum: 27.11.20
Ausgabe: RH 402

Man darf unterstellen, dass es nicht die Absicht dieser vier Österreicher ist, mich oder sonst irgendjemanden zum Weinen zu bringen - oder dass überhaupt ihre Kernkompetenz in so etwas wie empfindsamer Gefühlserkundung bestünde. Trotzdem - oder genau deswegen - wäre es dem Quartett beinahe gelungen, mir eine Träne aus dem Augenwinkel zu locken. ROADWOLFs No-bullshit-Metal wurde erfunden für fußmattengroße Kellerclübchenbühnen, vor denen sich vorzeitig verglatzte Lederblousonaltmetaller und junghungrige Neukuttenträger Schulter an Schulter drängen, um zu Refrains, die man nach einmaligem Hören im Schlaf mitmurmeln kann, die Fäuste in die Luft zu recken, mitzugrölen und dabei, nun ja, ordentlich Coronaviren in die Luft zu blasen. Was bedeutet: Dort, wo so eine Musik wirklich zum Leben erwacht, darf man sie derzeit nicht hören. Und genau das löste bei mir Sehnsucht und Wehmut aus. Das Album an sich läuft auch nicht-live ordentlich, die Tracks haben einen amtlichen Achtziger-Zug wie weiland Martys DeLorean, aber songwriterisch kommt das Quartett nicht ganz an artverwandte Bands wie Enforcer mit ihrem neoklassischen Shoutalong-Hit „From Beyond“ heran. Macht aber nix, macht Spaß. Nächstes Jahr live. Hoffentlich. Bestimmt. Bambi galore?

Autor:
Thorsten Dörting
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