Review

Reviews 8.0

RICHIE KOTZEN

Slow

Ausgabe: RH 186

Richie Kotzen ist nicht nur aufgrund seines Namens eine der faszinierendsten Figuren in der Geschichte der virtuosen Rockgitarre. Von einer unbändigen musikalischen Neugierde gepackt, hat der Mike Varney-Zögling und spätere Poison- und Mr. Big-Gitarrist im Zuge seiner elf Solo-Veröffentlichungen so ziemlich jede gitarrenrelevante Stilistik ausprobiert und dabei weitestgehend perfekte Alben veröffentlicht. Von reinem Instrumentalrock, ersten Gehversuchen als Sänger bis hin zu komplexer Jazz-Fusion mit renommierten Musikern wie Stanley Clarke war alles dabei. Nachdem seine letzten drei Solo-Scheiben ganz und gar im Zeichen des Blues standen und mit tollen Songs an eine bodenständige und entspannte Variante von Jeff Healey erinnerten, legt Richie nun nach langer Zeit wieder ein ausgesprochen durchdachtes und verspieltes Album vor. Rock, Funk, Soul und R&B sind die Basis von „Slow", das nicht zuletzt dank vieler geschmackvoller Soundtüfteleien wie eine Mischung aus Lenny Kravitz, Stevie Salas und ebenjener von Richie selbst über die Jahre hinweg kultivierten, markanten Songschreibe klingt.

Kotzen hat zudem seinen Gesang stark verbessern können, was den famosen Album-Höhepunkten ´Scared Of You´ (was für ein geiler Song!), ´Slow´ (ein Hit aus dem Groove-Bilderbuch), ´Gold Digger´ (sehr soulig, mit explodierendem Refrain), ´I Can Make You Happy´ (unwiderstehlich) und dem an eine verrockte Jamiroquai-Interpretation erinnernden ´Got It Bad´ zu zusätzlicher Durchschlagskraft verhilft.

Ein tolles, den Siebzigern verbundenes Album - und dennoch voll auf der Höhe der Zeit. Gehört in jeden Haushalt.

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