Review

Reviews 7.0
Doom Metal

RED MOON ARCHITECT

Emptiness Weighs The Most

Label: Noble Demon/Soulfood
Dauer: 47:12
Erscheinungsdatum: 23.10.2020
Ausgabe: RH 401

PLUS-MINUS

Ihr kennt das doch vermutlich auch: Man hört neue Musik - und empfindet irgendwas daran als irritierend, kann aber nicht sofort den Finger drauf legen. So ging es mir mit „Emptiness Weighs The Most“. Die sechs Finnen spielen jene Art von Metal, die man nur dann authentisch rüberbringen kann, wenn man einen guten Teil des Jahres in Dunkelheit lebt. Getragene, überlange Songs, die man am besten mit ´ner Flasche Rotwein bei Kerzenlicht goutiert; finnische Melancholie eben, wie man sie kennt und schätzt. Den Posten hinterm Mikro teilen sich Ville Rutanen, der für die fiesen, gegrowlten Parts zuständig ist, und Anni Viljanen, die die lieblich gesäuselten Passagen übernimmt. So weit, so gut. Und dann die Erleuchtung: Anni klingt sowohl stimmlich als auch in Sachen Melodieführung beinahe schon gespenstisch nach Evanescences Amy Lee. Gut, warum nicht. Mal was anderes, es müssen ja nicht immer die Tarjas, Floors oder Sharons dieser Welt sein. Um zum Ende zu kommen: Wer „Metal made in Finland“ mag, kann hier zugreifen, sollte aber nichts in der Liga von Ghost Brigade, Insomnium oder Sentenced erwarten. Gutklassig.

Jens Peters

7

„Gutklassig“ ist eines der vielen kleinen Geschwisterchen von „verzichtbar“, die wir gerade heute, wo wöchentlich schier unendlich viel neue Musik erscheint, nicht brauchen. RED MOON ARCHITECT sind in der Tat eine gutklassige Band, da sie alle Häkchen an den richtigen Stellen setzen, wenn es darum geht, die Hörer der von Jens im Großen und Ganzen korrekt Genannten auf sich aufmerksam zu machen. Was ihrer akustischen Schwärmerei jedoch fehlt, sind wie so oft bei Musikern, die alles können und nichts zu sagen haben, neben einem eigenen Sound auch entsprechende Songs. „Emptiness Weighs The Most“ ist wie Pantomime ein Nachempfinden der Gesten anderer, und Pantomime sollte eigentlich ohne Geräusche vollzogen werden. Ton aus also; man verpasst nicht viel.

Andreas Schiffmann

4

Autor:
Jens Peters
Andreas Schiffmann
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