Review

Reviews 8.0
Heavy Metal Progressive

QUEENSRYCHE

The Verdict

Label: Century Media/Sony
Dauer: 44:26
Ausgabe: RH 382

Nicht falsch verstehen: Dass QUEENSRYCHE seit dem Hinzustoßen von Sänger Todd La Torre (ex-Crimson-Glory) wieder in ihrer hauseigenen stilistischen Spur laufen, ist deutlich angenehmer als das Geeiere auf den Tate-Alben von „Hear In The Now Frontier“ (auf „Promised Land“ waren ja immerhin noch ein paar gute Songs...) bis „Dedicated To Chaos“. Nichtsdestotrotz sind die Vergleiche im Plattenfirmen-Info mit hochkonzentrierten, dringlichen (Progressive-)Metal-Monumenten wie „The Warning“, „Rage For Order“ oder „Empire“ natürlich deutlich übertrieben: QUEENSRYCHE 2019 (in der Besetzung La Torre/Wilton/Lundgren/Jackson; Drummer Scott Rockenfield ist auf „The Verdict“ nicht zu hören, die Schlagzeug-Spuren stammen von - Achtung! - La Torre) muten halt ein bisschen an wie diese ganzen (Früh-)Neunziger-US-Underground-Demo-Bands, denen man stets einen „Klingen wie Queensryche!“-Orden umgehängt hat - oder auch wie ´ne supertalentierte Covertruppe. Schlimm ist das indes nicht, denn diesen Stil, melodischen Heavy- und Power Metal mit progressiven Untertönen, zocken heute nur noch wenige Bands, und die Dekonstruktion gelingt ja: QUEENSRYCHE arbeiten mit Melodien und Harmonien, die aus ihrem frühen Fundus stammen könnten (´Inside Out´!), zitieren sich auch inhaltlich gerne selbst, machen sich dabei aber niemals lächerlich. Man merkt eben, dass sie großen Respekt vor dem eigenen Erbe haben und dieses mit Würde verwalten wollen. Kann sein, dass das letzten Endes ein wenig den Mut ausbremst, noch mal was Neues jenseits soundtechnischer Modernisierungen (Produktion: Chris „Zeuss“ Harris) auszuprobieren, andererseits würde sich die Katze ja eh nur in den eigenen Schwanz beißen, und der Rezensent wäre vielleicht der Erste, der „Schuster, bleib doch bei deinen Leisten!“ mosert. Nein, QUEENSRYCHE sind in guter Form, „The Verdict“ ist ein starkes Album, das man sich nach dem Erwerb gerne (und durchaus oft) anhört. Aber klar ist auch: Wenn man in ein paar Monaten Bock auf die Band hat und zum (digitalen) Plattenschrank geht, holt man mit Sicherheit doch wieder „The Warning“ oder „Operation: Mindcrime“ hervor...

Autor:
Boris Kaiser
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