Review

Reviews 8.0

PRONG

Power Of The Damager

Ausgabe: RH 245

(48:31)

Keine Frage, Tommy Victor hat den einst klangvollen Namen der Hardgroove-Metal-Legende PRONG nach jahrelanger Untätigkeit und einem fürchterlich schlechten Comeback-Album („Scorpio Rising“) so gut wie zerstört. Gerade aufgrund dieser desaströsen Vorgeschichte ist „Power Of The Damager“ jedoch mit einer brutal ehrlichen Energie ausgestattet, die man nur noch selten zu hören bekommt. Hier wird nichts beschönigt oder glatt geschliffen. Victor hat nichts mehr zu verlieren, und was die Leute von dieser Scheibe denken, ist ihm laut eigener Aussage „nach den ewigen Ups und Downs scheißegal“. Recht so!

Die Platte versprüht die rohen Vibrationen eines Debüts und ist in Wirklichkeit von drei ausgekochten Profis eingespielt. Denn gegenüber dem laschen Vorgänger sitzt hier ein wirklich guter Drummer hinter dem Kit, der die wenigen Lücken im Riffgewitter mit tollen Breaks zuhämmert, alle (durchaus schwierigen) Grooves mühelos umsetzt und die Songs perfekt unterstützt. Die Gitarren sind ohnehin die lautesten und besten seit einiger Zeit. Schon die letzten Ministry-Alben haben gezeigt, dass es für dieses Genre keinen besseren Rhythmusgitarristen als Tommy Victor gibt. Und so ist „Power Of The Damager“ ein Lehrbuch für Metalcore-Gitarrenschüler geworden, die die gedoppelten Bendings und Harmonics üben können, bis die nächste PRONG-Platte erscheint. Dazu passend ein trockener Hass-Gesang (ohne Effekte!), der gelegentlich ins Melancholische abdriftet und von einer Lebenskrise berichtet. Titel wie ´No Justice´, ´Can´t Stop The Bleeding´ und ´Worst Of It´ sprechen Bände.

Die Melodien sind eher minimalistisch, weshalb das Album beim ersten Höreindruck etwas eintönig wirken mag. Wer sich jedoch intensiver mit „Power Of The Damager“ beschäftigt, wird vom spröden Charme der Platte eingefangen. Mit ´Looking For Them´ und ´The Banishment´ sind mindestens zwei Titel enthalten, die auch in Clubs eine Chance verdient hätten.

Autor:
Holger Stratmann

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