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PRO-PAIN

Run For Cover

Ausgabe: RH 196

(40:00)

PRO-PAIN-Chefproll Gary Meskil kann sich nicht nur rühmen, Boss einer der stumpfsten Metal-Core-Truppen des Planeten zu sein, sondern auch einen angenehm einfachen Musikgeschmack zu haben. Das hat er zum Anlass genommen, um mit seinen Bandkumpels 14 seiner Lieblingssongs einzuhämmern. Wenn die Vorlagen genauso stumpf sind wie PRO-PAIN-Originale (beispielsweise die Gottheiten ´Never Again´ von Discharge, ´Nothing´ (Negative Approach) und GBHs ´Knife Edge´) haut die Chose gut hin (obwohl die genannten drei Tracks im Original jeweils zwei Klassen besser sind).

Geschmackssicherheit führt allerdings nicht unbedingt zu einer gelungenen Umsetzung. Sobald Gary seine Griffel nach überkultigen Metal-Großartigkeiten ausstreckt, klebt er entweder dermaßen eng am Original, dass das Ergebnis echt kein Schwanz braucht (´Circle Of The Tyrants´ von Celtic Frost), oder man bringt das ursprüngliche Feeling beim besten Willen nicht rüber (Motörheads ´Iron Fist´). Oder aber man bricht ganz einfach handwerklich und produktionstechnisch ein (Slayers ´South Of Heaven´). Interessant sind wiederum Tracks, die im Original aus einer anderen Stil-Ecke kommen und von PRO-PAIN einen anständigen Tritt in die Eier erhalten. ´Weeds´ (Life Of Agony) puncht trotz des sehr sauberen Gesangs gut, und ´Terpentin´ von den Böhsen Onkelz ist je nach Standpunkt ein guter oder ein verdammt schlechter Witz. Und das ist irgendwie auch das gesamte Album...

Autor:
Jan Jaedike
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