Review

Reviews 8.0

PRO-PAIN

Prophets Of Doom

Ausgabe: RH 216

(43:35)

Wer von PRO-PAIN ernsthaft erwartet, dass sie sich auf ihre alten Tage großartig ändern, glaubt wohl auch, dass Metallica irgendwann ein zweites „Ride The Lightning" abliefern. Zugegeben: „Prophets Of Doom" ist einen Tick vielseitiger als die letzten 56 PRO-PAIN-Scheiben. Mehr Soli, mehr Tempowechsel, mehr Speed und einige Parts, die tatsächlich erst nach dem zweiten Durchlauf richtig nachvollziehbar werden. Aber unterm Strich ist das Album immer noch PRO-PAIN as fuck. Das liegt an den nach wie vor meist minimalistischen Riffs und dem zornigen Gebell von Gary Meskil. Letzteres wundert dann immerhin doch ein bisschen, da der Kerl auf den letzten Longplayern einige Male mit sehr coolem Clean-Gesang überzeugte, was dieses Mal leider außen vor bleibt. Das senkt den Hitfaktor vordergründig etwas, ändert aber nix daran, dass Fans von simplem Old-School-Metal-Hardcore-Crossover hier rein gar nix falsch machen können. Zumal Meskil sich (soweit man das aufgrund einer Vorab-CD ohne Textbeilage heraushören kann) zu einem immer bissigeren Lyriker entwickelt, der den USA einen wütend-realistischen Spiegel vor die eingebildete Visage hält.

Autor:
Jan Jaedike
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