Review

Reviews 8.0

PRETTY MAIDS

Louder Than Ever

Ausgabe: RH 323

Frontiers/Soulfood (52:44)

Eine Art Best-of der Jahre 1995 bis 2005 liefern die Dänen mit „Louder Than Ever“ ab: acht restaurierte Songs, vier neue Kompositionen und eine DVD. Aus Sicht der Band und mit den Umbesetzungen der letzten Jahre ist das Projekt sinnvoll, für die Fans sind aber nur die neuen Stücke interessant. ´Deranged´ als Opener ist typisch PRETTY MAIDS: langsam aufbauend, mit einem schnellen melodischen Chorus, der sofort hängen bleibt, und einem sehr persönlichen Text von Ronnie Atkins über Religion. ´My Soul To Take´ zeigt die Dänen von ihrer soften Seite (wieso muss man bei diesen Songs immer an HIM denken?). ´Nuclear Boomerang´ geht wieder in die Old-School-Melodic-Metal-Richtung, ´A Heart Without A Home´ ist eine schöne Halbakustik-Ballade zum Schluss. Unterm Strich eine Scheibe für Leute, die die PRETTY MAIDS nach „Sin-Decade“ (1992) aus den Augen verloren haben und wieder auf Ballhöhe kommen wollen.

3 Fragen an PRETTY MAIDS-Sänger Ronnie Atkins:

Ronnie, Neuaufnahmen alter Songs sind ziemlich speziell. Wie lange hat es gedauert, bis ihr euch einig wart, welche ihr bearbeitet? Ich denke, es gab eine Menge Diskussionen innerhalb der Band, oder?

»Ja, die Auswahl war sicherlich das schwierigste an der ganzen Sache. Am Ende des Tages haben Ken (Hammer; g.) und ich zusammen das letzte Wort gehabt, aber auch ziemlich unterschiedliche Auffassungen, welche Songs wir aufnehmen sollten. Also kann man schon von einem Kompromiss sprechen. Es gibt aber trotzdem einige Stücke, bei denen wir beide einer Meinung waren. Außerdem war Konsens, dass wir die alten Klassiker aus den Achtzigern und frühen Neunzigern nicht anrühren.«

Von euch gibt´s eine ganze Reihe richtig interessanter Coverversionen, z.B. ´39´ von Queen, ´Hard Luck Woman´ von Kiss oder ´Please Don´t Leave Me´ (John Sykes/Phil Lynott) und ´Little Darling´ (Phil Lynott/Thin Lizzy). Wäre es nicht eine größere Herausforderung gewesen, eine ähnliche Scheibe wie die „Offside“-EP von 1992 zu machen, bloß statt akustischer Gitarren das volle PRETTY MAIDS-Programm zu benutzen?

»Ich mochte diese Cover-Geschichte eigentlich nie wirklich, um ehrlich zu sein. Mir gefällt es mehr, unsere eigenen Songs aufzunehmen, weil ich davon überzeugt bin, dass unsere Fans das hören wollen. Aber gleichwohl können Coverversionen Spaß machen - besonders, wenn es Stücke sind, bei denen du deine Markenzeichen einbringen und sie so zu deinen eigenen machen kannst. Aber einen Song einfach nur nachzuspielen, ist nicht mein Ding. But never say never.«

Es gibt eine DVD zu „LouderThan Ever“. Kamen bestimmte Erinnerungen hoch, als ihr euch durch die Archive gearbeitet habt? Und gibt´s noch Aufnahmen, die später herauskommen werden?    

»Eigentlich ist die DVD eher eine Dokumentation unserer letzten Tour. Denn einige Ideen, die wir ursprünglich für dieses Projekt im Kopf hatten, nämlich alte Clips von früher zu benutzen, lösten sich schnell in Rauch auf, weil das meiste Material in Video 8 oder High 8 aufgenommen war. Einige Clips waren schlicht und einfach von zu schlechter Qualität. Aber es gibt trotzdem einiges davon zu sehen. Und wir haben auch noch immer genügend Material, aber die Qualität ist das entscheidende Kriterium. Abgesehen davon bekommt man schon einen guten Eindruck von dem, was hinter den Kulissen passiert und wie verrückt es werden kann. Der Titel „Why So Serious“ bringt es auf den Punkt, würde ich sagen.« (js)

Autor:
Jörg Staude
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