Review

Reviews 8.0

PRETTY MAIDS

Carpe Diem

Ausgabe: RH 162

Mit ihrem neunten regulären Studio-Longplayer hatten es die stets sehr kritisch beäugten dänischen Dampfkessel-Metaller und Fulltime-Spaßbacken-Rock'n'Roller PRETTY MAIDS noch schwerer als sonst, in der Richterskala einigermaßen gnädig abgeurteilt zu werden. Obwohl die Kollegen sich in erster Linie über den dünnen Sound der Pre-Mastering-CD beschwerten (s.a. Interview in diesem Heft), liegt der Grund auf der Hand: Die Jungs haben ihren Fans diesmal keine überirdische Power-Peitsche ins Körbchen gepackt. Die härteren "Carpe Diem"-Tracks sind mit Ausnahme der starken 'Violent Tribes' und 'Until It Dies' eher PRETTY MAIDS-Stangenware. Guter Stoff, aber keine Killer für Leute, die sich ihre Rübe am liebsten an der Friedhofsmauer weichklopfen. Mini-Manko Nummer zwo: Röhren-Ronnie, Klampfen-Ken & ihre Bande haben ausnahmsweise einen Titeltrack geschrieben, der nicht in derselben Liga spielt wie gottgleiche Kraftfutter-Brecher der Marke 'Sin-Decade', 'Future World' oder 'Spooked'. Das wär's dann aber auch schon mit den Kritikpunkten. Denn der Rest des Scheibchens besteht wie gewohnt aus musikalischen Sahneteilchen: Bombast-Hartkernmucke mit Stil & Klasse, exquisiten Melodien, kernigen Riffs, gefühlvollen Leadgitarren und vibrierenden Momenten. Das Duo Hammer/Atkins beweist mit Highlights wie 'Unwritten Pages', 'Tortured Spirit', 'Time Waits For No One' oder 'Wouldn't Miss You', dass es nach wie vor zu den talentiertesten Songwriting-Teams der Rock- und Metal-Geschichte zählt. Auch wenn mal nicht der Putz von der Wand bröckelt...

AMAZON EMPFEHLUNG

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos