Review

Reviews 9.0
Black Metal Doom Metal

POSSESSION/SPITE/VENEFIXION

Passio Christi Part I/(Beyond The) Witch´s Spell/Passio Christi Part II/Necrophagous Abandon

Label: Invictus/Iron Bonehead
Dauer: 26:42/23:13
Ausgabe: RH 392

„Stabat Mater“ ist ein Gedicht aus dem 13. Jahrhundert, das die Mutter Jesu in ihrem Schmerz um den gekreuzigten Sohn als zentralen Inhalt hat und über die Jahrhunderte von mehreren Komponisten vertont wurde – die Version des Italieners Giovanni Battista Pergolesi von 1736 leitet „Passio Christi Part I“ ein. Die haarsträubend dramatische Atmosphäre ist spannend und steht in einem herrlichen Kontrast zum ersten „richtigen“ Stück der Platte: Mit ´INRI´ beweisen POSSESSION ihr Gespür für nahtlose Verbindungen aus sehr ursprünglichen Death- und rauen Black-Metal-Elementen, die direkt in die Vollen gehen. Verschiedene Tempi und Schlagzeugbetonungen sorgen nicht nur für Abwechslung, sondern treiben die mal hypnotischen, mal harschen Sounds voran, während sich die Riffs gegenseitig wild und ungestüm zu jagen scheinen – fiebrige Soli und schneidende Melodien wie in ´Temptatio´ verstärken diese Stimmung.

SPITE, ein Soloprojekt aus den USA, hat es im direkten Vergleich etwas schwer: Auch wenn das Ganze durch seine old-schoolige Orientierung stilistisch zu POSSESSION passt und der New Yorker ein Gefühl für düsteres Neunziger-Geschrammel zeigt, ist die Produktion dünner und das Songwriting etwas simpler. Alleinstehend dürfte SPITE unter traditionellen Black-Metal-Fanatikern aber cool kommen.

„Passio Christi Part II“ ist die fortführende Beschreibung des Leidenswegs Christi und beginnt, wie der erste Teil geendet hat: mit wild-chaotischem, hochenergetischem Riffing und straight nach vorne treibendem Drumming. Letzteres bringt die Riffs und Schreie so zuspitzend zum Überschlagen, dass die Atmosphäre noch dichter und beeindruckender wirkt, während das Solo von Set Teitan (ex-Dissection, ex-Watain (live)) das Ganze nochmals bestärkt und um eine außerweltliche Note erweitert. Erstklassig!

VENEFIXIONs Death Metal besticht durch seine klassische Orientierung sowie durch explosive Soli und düstere Melodien, die unter dem Radar der traditionell rohen Death-Metal-Riffs laufen und gerade in Blastbeat-Schnelligkeit und spannenden D-Beat-Passagen (´Ripped From The Cross´) so richtig zur Geltung kommen. Stark!

Autor:
Mandy Malon
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