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POSSESSED

Seven Churches

„Diese Platte ist genau das Richtige für Leute, die täglich zum Bahnhof ziehen, um sich am Geräusch eines vorbeifahrenden Güterzuges zu ergötzen.“ So oder so ähnlich drückte sich damals der Rezensent dieser Platte im Metal Hammer aus und traf damit den Nagel auf den Kopf. Im Gegensatz zu Götz, der diese Band in seinem damaligen Review einer Szene zuordnete, von der POSSESSED so weit entfernt waren wie unsere DFB-Helden von dem, was der Volksmund „Fußball“ nennt. „POSSESSED sind das bisher Härteste und Beste, was Amerikas Hardcore-Szene zu bieten hat.“ Na ja, unsere Chefkugel konnte ja auch nicht ahnen, dass POSSESSED mit diesem Album ein neues Genre geschaffen hatten und den Namen im letzten Songtitel gleich mitlieferten: ´Death Metal´.

Nach einem kurzen, dem Horrorklassiker „Der Exorzist“ entnommenen Intro (im Original Mike Oldfields ´Tubular Bells´) geht es mit einem Inferno los, das die Welt bis dato nicht vernommen hatte. Als Einflüsse gaben POSSESSED stets Venom und Exodus an. Doch was die Gitarrenarbeit angeht, lassen sich auch auffällige Parallelen zu Slayer nicht verleugnen. Auch wenn diese Scheibe aus heutiger Sicht ein wenig holprig und chaotisch klingt, muss man den Jungs zugestehen, dass sie es schon damals schafften, extremste Musik auf ein anständiges musikalisches Niveau zu hieven. Man darf nicht vergessen, dass die Jungs damals noch zur Schule gehende Teenager waren.

Wer die größte Ansammlung von weltbekannten Death- und Black Metal-Musikern ehrfürchtig vor einer Bühne knien sehen will, sollte die Wacken-Veranstalter dazu bewegen, diese Band zu einer einmaligen Reunion im Original-Line-up zu überreden. Was bei Gitarrist Larry Lalonde, der mit Primus seit Jahren überaus erfolgreich in gänzlich anderen Gefilden segelt, allerdings besonders schwer fallen dürfte...

Autor:
Andreas Himmelstein
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