Review

Reviews 8.5
Death Metal Speed Metal

POSSESSED

Revelations Of Oblivion

Label: Nuclear Blast/Warner
Dauer: 54:18
Ausgabe: RH 384

Wie man das montagmorgens halt so macht, wenn man im Büro aufschlägt: Verstärker und CD-Player an, „Seven Churches“ rein - und dann mal gepflegt Arsch lecken. Darauf hat natürlich auch Eisenfavst Bock (Mandy ist heute nicht da), der bereits nach der zweiten Strophe von ´The Exorcist´ in der Tür steht und ein infernalisches „POSSESSED!“ in den Raum brüllt. Guter Typ - aber nun mal auch immer ein bisschen vorlaut, denn ein kerniges „Die Neue ist voll langweilig - stinknormaler Allerwelts-Death-Metal!“ schließt sich natürlich sofort an. Dass „die Neue“ langweilig tönt, finde ich nämlich nicht, denn erstens ist „Seven Churches“ eh wichtiger im Szenekontext als Entwicklungsschritt als musikalisch per se existenziell (ja, ja, schickt mir Leserbriefe...), und zweitens klingt „Revelations Of Oblivion“, die erste wirklich erwähnenswerte Band-Veröffentlichung seit der 1987er „The Eyes Of Horror“-EP, vor allem dank Mainman Jeff Becerra (v.) schon nach fünf Sekunden dermaßen nach POSSESSED, dass die im Vergleich zu früher komplett neue Besetzung mit u.a. Gruesome-, Coffin-Texts- und Masters-Of-Metal-Mitgliedern kein Thema mehr darstellt, bevor man sie sich überhaupt zusammengegoogelt hat. Davon abgesehen, dass das dritte Album der Amerikaner mindestens zehn Minuten zu lang ausgefallen ist (kein Mensch braucht fast einstündige Extrem-Metal-Platten), boxt der Papst hier schließlich mehr oder minder durchgehend im Kettenhemd, ´No More Room In Hell´ oder ´Demon´ besitzen nicht weniger Hit-Potenzial als ´Burning In Hell´ oder meinetwegen ´Death Metal´, und der echt old-schoolige Sound (diese Toms!) mutet nie aufgesetzt retro an, sondern komplett organisch. Abgerundet wird dieses Album, das am Ende des Jahres auch ohne Namedropping zu den Highlights im Thrash- und Death-Bereich gehören wird, von einem geschmackvollen Zbigniew-Bielak-Artwork im Stile der Ghost-Cover, das es einem regelrecht verbietet, hier NICHT zum Vinyl zu greifen.

Autor:
Boris Kaiser
AMAZON EMPFEHLUNG

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.