Review

Reviews 10.0

PORCUPINE TREE

Fear Of A Blank Planet

Ausgabe: RH 240

Roadrunner/Warner (50:53)

Mehr ist mehr. Mehr Härte, mehr Ruhe, mehr Sphäre, mehr Noise, mehr Melodien, mehr Keyboards als zuletzt - Steven Wilson ist sehr stolz auf „Fear Of A Blank Planet“, und das kann er auch sein. Das neue Album lotet sämtliche Extreme des PORCUPINE TREE-Kosmos aus und geht sogar noch weiter. Sieben-Minuten-Progger wie der Titelsong (was für ein Refrain, was für Gitarren!), ´Way Out Of Here´ und ´Sleep Together´ werden abgerundet von Balladeskem: ´My Ashes´ ist pures Pathos, mehr wird sich ein Visionär wie Wilson in dieser Richtung nicht trauen. Ein Song, der auch auf Marillions „Brave“ stehen könnte. Dagegen atmet der andere Ruhepol, ´Sentimental´, Psychedelik, Sounds und sich zu erarbeitende Schichten - zum Heulen großartig.

Das Herzstück der Platte ist aber - nicht nur aufgrund seiner fast 18 Minuten - ´Anesthetize´. Pink Floyd treffen auf Dream Theater, Monster Magnet auf Coldplay, Mastodon auf King Crimson, Rush auf Muse, Fates Warning auf The Mars Volta, Sigur Rós auf Converge. Ach was: Das Ding ist einfach die Essenz von PORCUPINE TREE - und nix anderes. Das Meisterstück von Wilson, famos bis zum Gehtnichtmehr, ein Statement des New-Artrock-Protagonisten, der mittlerweile völlig zu Recht Heerscharen von Musikern beeinflusst und auch textlich mit seiner Gesellschaftskritik - es geht um die innere Leere, die unsere Art zu leben hinterlässt - große Fragen aufwirft: ein wildes Sammelsurium aus Geschriebenem von Bret Easton Ellis, Chuck Palahniuk oder Jonathan Franzen und Gefilmtem von Gaspar Noé, Chan-wook Park oder Larry Clark.

Was soll dieses Jahr eigentlich noch kommen?

Autor:
Boris Kaiser

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